Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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Erstes Kapitel. 
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meln, denen es auf der Stirn geschrieben steht, daß sie einer Ge- 
Sellschaftsformation angehören, worin der Produktionsprozeß die 
Menschen, der Mensch noch nicht den Produktionsprozeß bemeistert, 
gelten ihrem bürgerlichen Bewußtsein für ebenso selbstverständ- 
liche Naturnotwendigkeit als die produktive Arbeit selbst. Vor- 
bürgerliche Formen des gesellschaftlichen Produktionsorganismus 
werden daher von ihr behandelt, wie etwa von den Kirchenvätern 
Vorchristliche Religionen. 
restauriertes Merkantilsystem (Ganilh usw.), welches im Wert nur die ge- 
sellschaftliche Form sieht oder vielmehr nur ihren substanzlosen Schein. — 
Um es ein für allemal zu bemerken, verstehe ich unter klassischer politischer 
Jekonomie alle Oekonomie seit W. Petty, die den inneren Zusammenhang 
der bürgerlichen Produktionsverhältnisse erforscht im Gegensatz zur Vulgär- 
Skonomie, die sich nur innerhalb des scheinbaren Zusammenhangs herum- 
treibt, für eine plausible Verständlichmachung der sozusagen gröbsten 
Phänomene und den bürgerlichen Hausbedarf das von der wissenschaftlichen 
Oekonomie längst gelieferte Material stets von neuem wiederkaut, im 
ibrigen aber sich darauf beschränkt, die abgedroschenen und selbstgefälligen 
Vorstellungen der bürgerlichen Produktionsagenten von ihrer eigenen besten 
Welt zu systematisieren, pedantisieren und als ewige Wahrheiten zu prokla- 
Nieren, 
3 „Die Oekonomen verfahren auf eine sonderbare Art. Es gibt für sie 
lur zwei Arten von Institutionen, künstliche und natürliche. Die Institu- 
ionen des Feudalismus sind künstliche Institutionen, die der Bourgeoisie 
Qatürliche. Sie gleichen darin den Theologen, die auch zwei Arten von 
Religionen unterscheiden. Jede Religion, die nicht die ihre ist, ist eine Er- 
Indung der Menschen, während ihre eigene Religion eine Offenbarung 
üottes ist. ,.. Somit hat es eine Geschichte gegeben; aber es gibt keine 
Mehr.“ (Karl Marx: „Misere de la Philosophie. Reponse ä la Philosophie 
de Ja Misere par M. Proudhon. 1847“, p. 113.) [Vgl. Karl Marz: „Das Elend 
der Philosophie‘, deutsch von E. Bernstein und K. Kautsky. 2. Auflage. Stutt- 
gart 1892, S, 104.] Wahrhaft drollig ist Herr Bastiat, der sich einbildet, die 
alten Griechen und Römer hätten nur von Raub gelebt. Wenn man aber 
viele Jahrhunderte durch von Raub lebt, muß doch beständig etwas zu 
'auben da sein oder der Gegenstand des Raubes sich fortwährend reprodu- 
%eren. Es scheint daher, daß auch Griechen und Römer einen Produktions- 
Prozeß hatten, also eine Oekonomie, welche ganz so die materielle Grund- 
lage ihrer Welt bildete, wie die bürgerliche Oekonomie die der heutigen 
Welt. Öder meint Bastiat etwa, daß eine Produktionsweise, die auf der 
Sklavenarbeit beruht, auf einem Raubsystem ruht? Er stellt sich dann auf 
Sefährlichen Boden. Wenn ein Denkriese wie Aristoteles in seiner Würdi- 
3ZUng der Sklavenarbeit irrte, warum sollte ein Zwergökonom, wie Bastiat, in 
Seiner Würdigung der Lohnarbeit richtig gehen? — Ich ergreife diese Ge- 
legenheit, um einen Einwand, der mir beim Erscheinen meiner Schrift „Zur 
Kritik der Poltitischen Oekonomie 1859“ von einem deutsch-amerikanischen 
Blatte gemacht wurde, kurz abzuweisen. Es sagte, meine Ansicht, daß die be- 
Stimmte Produktionsweise und die ihr jedesmal entsprechenden Produktions- 
verhälinisse, kurz „die ökonomische Struktur der Gesellschaft die reale 
Basis sei, worauf sich ein juristischer und politischer Ueberbau erhebe, und 
Welcher bestimmte gesellschaftliche Bewußtseinsformen entsprächen“, daß 
«die Produktionsweise des materiellen Lebens den sozialen, politischen ımd
	        
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