fullscreen : Inlandskapital, Auslandskapital, Kriegstribute

34

RA Küpitel. Kapitalbildung und Löhne.

parafionslasten erwartet hatten. Auch der Zufluß von Auslandskapital
 hat dieses Sinken verhindert (Kapitel 7).
Wegen der {ortgesetzten Lohnforderungen der Arbeiter
 ist die Rationalisierungs- und Konzentrationstendenz
 vielfach zu weit gegangen, und das hat die Zahl der
Arbeitslosen immer mehr anschwellen lassen. So
kommen die gesteigerten Löhne nur einer relativ kleineren
 Schicht von Arbeitern in durch Gewerkvereine
monopolisierten Arbeitszweigen zugute. Infolgedessen
ist nicht einmal die Kaufkraft der Bevölkerung entsprechend
 der Steigerung der Löhne gewachsen, Vor
allem aber ist dadurch die erforderliche Kapitalbildung
verhindert worden, und die Folge ist eben der unglaublich
 hohe Zinsfuß,
Die heutigen Kapitalverhältnisse in Deutschland sind
der beste Beweis, den das Wirtschaftsleben selbst
bietet, gegen die von den Arbeitern und manchen Nafionalökonomen
 vertretenen Anschauungen, daß Lohnsteigerungen
 nahezu unbegrenzt möglich seien und insbesondere
 in Deutschland für die ganze Volkswirtschaft
möglich wären; denn trotz der starken Lohnsteigerungen
der letzten Jahre ist der Absatz der meisten Industrien
ungünstig, und der Zinsfuß ist nicht gesunken. Insbesondere
 die deutsche Landwirtschaft hat durch den
Kapitalmangel und hohen Zinsfuß mehr gelitten, als sie
durch die Steigerung der Kaufkraft der industriellen
Arbeiter vielleicht profitiert hat. Wenn man noch bedenkt,
 daß durch die verhältnismäßig zu hohen Industrielöhne
 der Zuzug zur Stadt mehr gefördert und
der Ärbeitermangel auf dem Lande verschärft wurde,
erscheinen die nachteiligen Wirkungen der Lohnsteigerungen
 erst recht klar. Die monopolistischen Organisationen
 der Arbeiter, die Gewerkvereine, und ihr
großer politischer Einfluß haben also im ganzen in den
letzten Jahren für die gesamte deutsche Volkswirtschaft
enfschieden . ungünstiger gewirkt, als die monopolistischen
 Vereinigungen der Unternehmer. Wie ich schon in
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.