Pflanzenwelt.
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5. Pflanzenwelt.
Dank der außerordentlich großen Verschiedenheit der
Klima- und Bodenbedingungen ist auch der Charakter der
Pflanzendecke in den einzelnen Teilen des Landes ungemein
verschiedenartig. Während an heißen Meeresküsten innerhalb
des Bereichs salzhaltigen Wassers sich ausgedehnte Mangrove-
wälder ausbreiten, sind die regenfeuchten atlantischen sowie die
südlichen pazifischen Gebirgsabdachungen mit mehr oder
weniger üppigen Urwäldern bestanden, die sich aus zahlreichen
verschiedenen Arten von Laubbäumen zusammensetzen und
viele Palmen, Farnbäume, Bambusen, Lianen und Epiphyten
nebst üppigem Unterholz beherbergen. (An Stelle dieser Ur-
wälder treten in den Überschwemmungsgebieten von Tabasco
vielfach Fluren hochwüchsigen frischen Grases mit ein-
gestreuten Waldgruppen.) Eine ganze Reihe wertvoller Nutz-
gewächse gibt den Urwäldern eine ansehnliche Bedeutung. Die
wichtigsten dieser Nutzgewächse sind der Mahagoni (Swietenia
Mahagoni), die amerikanische Zeder (Cedrela sp.), der Chico-
sapotebaum (Achras Sapota), der Kakaobaum (Theobroma
Cacao), der Kautschukbaum (Castilloa elastica), Brasilholz
(Caesalpinia sp.), Campecheholz (Haematoxylon campechianum),
die Vanille, die (von Smilaxarten gewonnene) Sarsaparille u. a.
In den höheren Bergregionen ändert sich allmählich der
Charakter des Waldes. Palmen, Farnbäume und sonstige echte
Tropengewächse verschwinden, Eichen und andere dem
kühleren Klima angepaßte Laubbäume treten an ihre Stelle, in
höheren Lagen selbst Koniferen; Epiphyten und Lianen werden
spärlicher; Moos und Bartflechten siedeln sich an Stamm und
Ästen an. Bei 3250 m Höhe hört in den Tropen der geschlossene
Laubwald auf, einzelne Laubbäume kommen zwischen Tannen
und Kiefern (Abies religiosa, Pinus Montezumae u. a.) noch bis
etwa 3650 m vor, höher hinauf sind Koniferen die einzigen
Bäume und in etwa 4000 m Höhe machen sie Grasfiuren oder
zerstreuten Kräutern und Sträuchern Platz, bis an der Grenze
des ewigen Schnees bei etwa 4500 m Höhe das Phanerogamen-
leben aufhört.