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Wirtschaftsgeschichtliche Skizze.
stimmt. Die Grundlagen des Lebensunterhaltes waren demnach
fast im ganzen Land Mais und Bohnen — Kulturgewächse, die
nicht nur hohen Nährwert bieten, sondern auch den großen
Vorteil besitzen, daß sie in ihren Wärme- und Feuchtigkeits-
ansprüchen außerordentlich großen Spielraum zeigen und daher
nieht nur im trockenen, sondern auch im feuchten Lande, im
heißen. und. gemäßigten wie im kalten Lande (bis zur Höhe von
8150 m im tropischen Gebiet hinauf) angebaut werden können.
Neben diesen Hauptkulturgewächsen treten alle übrigen
Nahrungspflanzen in den Hintergrund. Sie konnten auch zumeist
nur im warmen und gemäßigten Land angebaut werden, wie
Bataten, Yams, Maniok, Tomaten und die Hauptgewürzpflanze
Chile (Paprika), ferner eine große Zahl von Gemüse und Früchte
liefernden Gewächsen, die nur in mäßigem Maßstab angebaut
wurden. Außerdem befaßte sich der Ackerbau mit dem Anbau
von Reiz- oder Genußmittel und Gespinstfasern liefernden Ge-
wächsen. (Tabak — obere Anbaugrenze 1800m — Kakao —
obere Kulturgrenze 600 m — Baumwolle im warmen und
gemäßigten Lande, Agaven bis über 3000 m hinauf und
anderen).
Zur Urbarmachung in Waldgebieten wurden zunächst die
Bäume mit Stein- oder Kupferäxten gefällt, wobei sich die
Indianer damals gewiß ihr Geschäft schon in gleicher Weise
erleichterten wie gegenwärtig noch, indem sie zunächst eine
größere Zahl nahe beisammenstehender Bäume nur bis zum
Kern durchschnitten, um schließlich einen geeigneten Baum
ganz zu fällen, der dann vermöge der ihn mit den Nachbar-
kronen verflechtenden Lianen im Sturze alle die halbdurch-
schnittenen Bäume mitriß, Nachdem .das Holz getrocknet war,
wurde kurz vor Eintritt der Regenzeit die Rodung abgebrannt
und nach den ersten Regen das Feld bestellt, indem — bei Mais-
und Bohnenfeldern — mit spitzen, ziemlich langen Stöcken der
Erdboden aufgestochen wurde und in das entstehende Loch
mehrere Saatkörner hineingeworfen und leicht mit Erde zu-
gedeckt wurden. Eine eigentliche Bodenbearbeitung fand also
zumeist nicht statt: es war die primitivste Art des Ackerbaus,
der Pflanzstoecekbau, der auch jetzt noch in Mittel- und