Full text: Mexico

Mexicanische Bevölkerung und Wirtschaft etc, 53 
Arbeiten mit eiserner Tatkraft durchgeführt, durch wissen- 
schaftliche Organisationen die genaue Erforschung und Kar- 
tierung des Landes in die Wege geleitet, das Unterrichtswesen 
gehoben, die Verwaltung verbessert, mit Hilfe ausgezeichneter 
Minister die Finanzen des Landes geordnet, das Währungs- 
system nach glücklicher Überwindung kritischer Zeiten auf eine 
sichere Basis gestellt, Bergbau, Industrie und Landwirtschaft 
gefördert, die Einwanderung begünstigt und den im Land be- 
findlichen Fremden durch gerechtes und freundliches Entgegen- 
kommen die Möglichkeit freier Entfaltung ihrer Kräfte geboten. 
Unter den vielen und großen Verdiensten des bedeutenden 
Mannes möchte ich letzteres fast am höchsten stellen, denn da- 
durch hat er die wirtschaftliche Entwicklung seiner Heimat 
außerordentlich beschleunigt im Gegensatz zu gar manchen 
seiner Präsidentenkollegen im übrigen spanischen Amerika, die 
durch Niederhalten der Fremden und ihrer Unternehmungen 
auch die Entwicklung ihrer Staaten hemmten! Ich möchte gewiß 
nicht der Tatkraft und Unternehmungslust der Mexicaner zu 
nahe treten, aber wenn man unparteiisch die Fortschritte im 
Wirtschafts- und Verkehrswesen mustert, so bemerkt man doch, 
daß die Initiative zumeist auf Fremde oder fremden Einfluß 
zurückging und daß die Mehrzahl der bedeutenden neueren wirt- 
schaftlichen. Unternehmungen aller Art ihnen gehörte. Die Unter- 
nehmungen der Mexicaner sind großenteils nach altererbten Grund- 
sätzen geleitet, die nicht mehr ganz in die neue Zeit passen, oder 
sie sind erst durch Nachahmung der fremden in moderner Weise 
eingerichtet oder umgestaltet worden, so daß der Fortschritt 
auch hier vielfach mittelbar auf den Einfluß der Fremden zurück- 
geführt werden darf. Wenn demnach neben der Person des 
Porfirio Diaz das Aufblühen des mexicanischen Wirt- 
schaftslebens hauptsächlich den Fremden zu verdanken war, 
80 wäre doch als dritte Hauptursache auch die natürliche Zu- 
nahme der Bevölkerung hervorzuheben, die naturgemäß zu 
einer weiteren Ausbreitung der landwirtschaftlichen Tätigkeit 
führte, das Entstehen einheimischer Industrie begünstigte, Ver- 
kehr und Handel belebte, Hatte Humboldt für 1810 eine 
Bevölkerung von 6'/. Millionen Seelen angenommen, so war
	        
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