neuer Kombinationen noch ein besonderes Mittel, nämlich die
Kaufkraft, die das Privateigentum überwinden hilft, erforderlich
ist. Hier ist also noch ein besonderer Faktor nötig, dem etwas
vom Ertrage zugerechnet werden muß, und deshalb ist hier
der Unternehmergewinn keine homogene Masse?).
Diese Ausführungen Schumpeters haben Böhm-Ba-
werks Ansicht nicht zu ändern vermocht, denn dieser hält
in seinen „Schlußbemerkungen‘‘ seinen früher erhobenen Vor-
wurf ausdrücklich aufrecht?),
Böhm-Bawerk sucht also Schümpeters „dynamische“
Zinstheorie durch den Einwand zu widerlegen, daß sie auf einem
elementaren Zurechnungsfehler beruhe.
Wir sind hier anderer Meinung als Böhm-Bawerk, Ein
so elementarer Zurechnungsfehler, wie ihn Böhm-Bawerk
annimmt, liegt nicht vor. Der falsche Weg, der zu Schum-
peters „dynamischer“ Zinstheorie führt und den auch” wir
für änfechtbar halten, nimmt an einer anderen Stelle seinen
Anfang.
Wenn Böhm-Bawerk meint, daß in der Schumpeter-
schen Dynamik genau so zugerechnet werden muß, wie in der
Statik — denn darauf baut er doch seinen Einwand implicite
auf — so ist das von seinem Standpunkt aus verständlich,
denn für Böhm-Bawerk ist die Statik nur ein höherer Ab-
straktionsgrad des Erkenntnisobjektes Dynamik, oder wie es
Böhm-Bawerk anläßlich der Kritik des Clarkschen Syn-
chronisierungsgedankens einmal ausdrückt, für ihn ist, was für
die Statik wahr ist, auch für die Dynamik wahr®).
So liegen nun die Dinge bei Schumpeter nicht. Erstens
kommt Schumpeter für die Statik zu einem dem Böhm-
Bawerkschen entgegengesetzten Resultate. Zweitens aber
wäre, wenn Schumpeter auch für die Statik zum gleichen
Ergebnis gelangte, es für diesen noch gar nicht gesagt, ob das
1 Schumpeter, Entgegnung, S. 618/19, 621ff,
?) Böhm-Bawerk, Eine „dynamische‘‘ Theorie des Kapitalzinses,
5. 6477/48.
3) v. Böhm-Bawerk, Eugen, Zur neuesten Literatur über Kapital
und Kapitalzins, Zeitschr. f, Volkw., Sozialpol. u. Verwitg., 16. Bd., Wien
u, Leipzig 1907, S. 24/26,