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neuen Kombination die Ansammlung von Vorräten einen Schritt
zum Ziele ausmachen. Aber eine besondere Funktion, an die sich
besondere Werterscheinungen ansetzen ‚könnten, liegt darin
nicht; Stets wird von dem Leiter oder der Leitung der Wirt-
schaft einfach eine andere Verwendung von Gütern verfügt.
Ob das direkt zu den gewünschten Resultaten führt oder nur
indirekt durch ein vorbereitendes Stadium von Vorratssamm-
lung, ist völlig gleichgültig“).
Was sollen dann aber diese Äußerungen bedeuten? Sollen
sie etwa eine Umschreibung, der für die Schumpetersche
Entwicklung so wichtigen Erscheinung des Entzuges .der be-
nötigten Mittel aus dem Kreislaufe mit Hilfe zusätzlicher Kauf-
kraft bzw. Befehlsgewalt darstellen? . Man muß jetzt, nach
unseren wenigen kritischen Bemerkungen, an Hand der oben
zitierten Stellen zu diesem Schluß kommen. Schumpeter.
will also Genußgütervorräten nur dann eine besondere Funktion
zugestehen, wenn sie aus freiwilligem Sparen stammen. Ganz
deutlich zeigt das folgendeÄußerung Schumpeters: „Nirgends
zibt es in diesem Nexus Kreditgeben in dem Sinn . ...., daß
irgendwer Unterhaltsmittel für Arbeiter oder Grundeigentümer
oder produzierte Produktionsmittel, die alle erst aus. dem
definitiven Produktionsresultat bezahlt würden, bereitzustellen
und damit eine besondere Funktion zu erfüllen hätte‘).
Wir meinen, auch diese Ansicht ist nicht haltbar. Es liegt
doch immer dieselbe Erscheinung vor.‘ Es werden Arbeits:
und Bodenleistungen in längeren Produktionsumwegen investiert,
und die Unternehmer benötigen zu diesem Zwecke Genußgüter-
vorräte, um Arbeitern und Grundherren während dieser Um-
wege Unterhalt gewähren zu können. Die Unternehmer müssen
daher, da sie in dieser Eigenschaft besitzlos sind — wenn sie
nicht zugleich Kapitalisten sind — sich diese Genußgütermengen
auf irgendeine Weise beschaffen. Es ist nun, was das Wesen
der Sache anbetrifft, doch gleichgültig, ob ich mir irgendwo
statische Kaufkraftsummen ausleihen kann, hinter denen irgend-
wo in der Volkswirtschaft ein entsprechendes Güterkomplement
1) Schumpeter, Entwicklung, S. 219. Schumpeter, Entwicklung,
|. Aufl., S. 315. ?®) Schumpeter, Entwicklung, S. 109.
Heinze, Statische oder dynamische Zinstheorie?