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akzessorischen Momenten, die eine solche Unterschätzung
im Einzelfall hervorrufen können, zu leugnen sucht‘*).
Ein Beweis für und gegen diese Ansicht ist wohl schwer zu
führen. Indirekte Belege lassen sich für beide Ansichten anführen,
wie Schumpeter?) bemerkt; letzten Endes handelt
es sich aber doch, so meinen wir, wie wir uns etwas vulgär ausdrücken
wollen, um eine Ansichtssache, ob man annimmt,
daß die Wirtschaftssubjekte allgemein geneigt sind, die Zukunft
zu unterschätzen oder nicht. Wir stellen uns jedenfalls auf die
Seite Böhm-Bawerks, sind also der Ansicht, daß die perspektivische
Unterschätzung zukünftiger Genüsse eine allgemein
menschliche Erscheinung ist, die allerdings nach Ort
und Zeit stark differiert. Wir halten es daher auch für eine
Übertreibung seitens Cassels, wenn dieser der menschlichen
Lebensdauer einen großen Einfluß auf das Angebot an Kapitaldisposition
einräumt, indem er meint, daß bei dem Sinken
des Zinsfußes unter eine gewisse Höhe ein sehr starker Schwund
an Subsistenzmitteln aus diesem Grunde einsetzen wird. Das
mag wohl für eine Wirtschaft, wo das Rentnertum stark vertreten
ist, also etwa für Frankreich zutreffen, für die moderne,
aufwärtsstrebende Wirtschaft kann man es aber nicht behaupten,
so führt Eduard Lukas?) aus, und wir stimmen hier zu.
Wie dem auch immer sei, ob der zweite Grund stark oder
schwach wirkt, wir sind jedenfalls der Ansicht, daß eine Zinstheorie
so angelegt sein muß, daß sie in ihren Erklärungsgang
die Tatsache der Unterschätzung zukünftiger Genüsse zwanglos
aufnehmen kann. Bei Cassel und Böhm-Bawerk ist das der
Fall. Einerseits ist der zweite Grund in den statischen Erklärungsgang
eingefügt, andererseits ist aber die Hauptstütze
der dritte Grund. Der zweite Grund ist zur Erklärung der Zinserscheinung
nicht unbedingt nötig, er nimmt eine untergeordnete
Stellung ein und spielt nicht die Hauptrolle, wie Schum-1)
Schumpeter, Entgegnung, S. 607, 639, Schumpeter, Entwicklung,
1. Aufl., S. 317/18. Schumpeter, Entwicklung, S. 221.
*) Schumpeter, Entgegnung, S. 607.
3) Lukas, Eduard, Erwägungen über die Bestimmungsgründe u. d.
innere Verbundenheit d. Angebots u. d, Nachfrage, die den Kapitalzins
begründen. Eheberg-Festgabe, Leipzig u. Erlangen 1925, S. 65ff.