Full text : Statische oder dynamische Zinstheorie?

3G

allgemein, also auch für.die Schumpetersche Dynamik „gilt“,
sodaß es verständlich ist, wenn sich für Schumpeter in der
Depressionsperiode die Unternehmer im Verein mit den hedonischen
 Subjekten der neu geschaffenen Lage anpassen, was eben
unter den in der Depressionsperiode herrschenden Umständen
die Logik des Wirtschaftens erfordert. Hieraus folgt aber,
daß die Depressionsperiode nicht die Tatsachengruppe darstellt,
nicht diese besondere Psychologie des Wirtschaftens darbietet,
auf die die Statik genau paßt. Kurzum, Schumpeters Statik
ist daher mit der Depressionsperiode nicht identisch. Die Gleichgewichtstendenzen,
 die sich in den periodischen Depressionen
der Wirtschaft zeigen, sind keine statischen Strömungen im
Sinne Schumpeters. Die Aussagen, die für Schumpeters
Statik gewonnen werden, gelten hier nicht ‚ohne weiteres.
Schumpeters Statik, in der ein gewisser Typus von Wirtschaftssubjekten,
 der in der Wirklichkeit immer vorhanden
ist, fehlt, entpuppt sich jetzt als ein individuelles Erkenntnisobjekt.
 Andererseits nähert sich Schumpeter mit der Bemerkung,
 daß die Statik, soweit sie nichts ist als eine Logik des
Wirtschaftens, allgemein gilt, unserer Auffassung. Die Statik
„gilt“ jetzt auch für die Dynamik. Die Statik ist also nur ein
höherer Abstraktionsgrad, der aus dem Erkenntnisobjekt
Dynamik gewonnen ist.
Schumpeter_ übersieht anscheinend, daß seine Statik
individueller_Natur. ist... Denn er bezeichnet die Depressiönsperiode
 als Statisierungsperiode und spricht von einer Weitgehenden
 Annäherung an einen entwicklungslosen Zustand,
also an die statische Wirtschaft!). Früher ging er sogar weiter
und sprach schlechthin von einem statischen Zustand der
ganzen Volkswirtschaft, der zwischen je zwei Teilentwicklungen
liegt?). Jetzt hat er seine Ausführungen bezüglich dieses Punktes;
wohl auf die von Böhm-Bawerk gemachten Einwände hin®),
3twas Vorsichtiger formuliert‘). Die Folgen, die sich daraus

1) Schumpeter, Entwicklung, S. 342, 355/58, *) ebda., 1. Aufl., S. 447.
») Böhm-Bawerk, Eine „dynamische‘“ Theorie des Kapitalzinses,
5, 40/43, 49, 650/51.
*) Schumpeter, Entwicklung, S. 121 Anm. 21. Schumpeter, Entgegnung,
 S. 613/16.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.