Object : Procedures in employment psychology

Schwelgerei.

'J.'i
einer  Berurtheilung  der  Grundsätze  der  ganzen  Gesellschaft ­
  die  Unterlage  zu  gewinnen.
Eine  Zeichnung  unserer  heutigen  Gesellschaft  bringt  der
„N.  Social-Demokrat"  (1873,  1)  mit  den  zwei  Strichen
fertig:  „Wenige  Prassende,  viele  Nothleidende,  das  ist
das  Bild,  welches  sie  darbietet."  Eine  mittlere  Schicht  von
solchen,  welche  nicht  prassen,  aber  auch  nicht  Noth  leiden,  ist
für  den  „N.  Social-Demokrat"  demnach  gar  nicht  vorhanden.  Er
theilt  die  Gesellschaft  in  zwei  an  Ausdehnung  sehr  ungleiche
Lager;  in  dem  kleineren  herrscht  der  Uebersluß,  während  im
anderen  das  „Bolk"  am  Hungertuche  nagt;  „Champagner
und  Austern  schlürfen  die  „Volksvertreter"  während  das
Bolk  hungert  und  im  Elende  darbt",  schreibt  der  „N.  Social-Demokrat" ­
  (1874,  10)  mit  einer  Schamlosigkeit,  die
ihres  Gleichen  sucht  und  auch  nicht  ihre  Entschuldigung
findet  in  der  höhnenden  Zeitungsnotiz  „daß  der  Inhaber
des  Reichstagsbusfets  Angesichts  des  Ausfalls  der  Wahlen
einer  bisher  stark  vernachlässigten  Kategorie  von  Flüssigkeiten
gesteigerte  Aufmerksamkeit  zugewandt  haben  soll."
Auch  in  der  Poesie  spielt  der  Hunger  in  gewohnter ­
  Uebertreibung  eine  Rolle.  Wir  finden  z.  B.  in  dem
Liede:  „Frisch  ans  Kameraden"  folgende  Strophe:
„WaS  nützet  uns  Bildung.  Gesittung  und  Kunst?
„Wir  können  uns  dessen  nicht  freuen!
„Für  uns  ist  daS  Alles  nur  eitler  Dunst,
„Und  die  Neichen  nur  die  sind  die  Freien.
„Für  uns  wird  die  Freiheit  erstickt  durch  den  Fluch,
„Der  uns  Arbeiter  fesselt  am  Hungertuch."*)
Wie  der  „N.  Social-Demokrat"  den  Hunger  mtb  seine
Folgen  dem  „arbeitenden  Bolk"  vor  Augen  malt,  um  es
um  das  Banner  Lassalle's  zu  schaaren,  beweist  uns  ein  den
*)  Neuestes  Proletarier.l'iederbuch  von  Joh.  Most.  p.  14.
            
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