Full text: Statische oder dynamische Zinstheorie?

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treten neuer Unternehmungen verhindern, was schließlich zu 
einer allgemeinen Gleichgewichtstendenz führt. 
Wir gelangen damit wieder zu unserem früheren Resultat. 
Wir können das in der Statik gewonnene Rüstzeug bei der Durch- 
forschung der Dynamik nicht entbehren. Es erscheint daher 
zweckmäßig, die Statik nicht als ein von der Dynamik zu unter- 
scheidendes generelles ' Erkenntnisobjekt, sondern als einen 
durch Abstraktion aus der Dynamik gewonnenen Begriff hin- 
zustellen. 
Wir sind am Schluß dieses Abschnittes, der für die folgenden 
Untersuchungen die Grundlage bilden soll, angelangt und heben 
die Resultate kurz hervor: In Übereinstimmung mit Streiler 
ist für uns Statik und Dynamik ein Begriffspaar, Die Dynamik 
ist als Erkenntnisobjekt der theoretischen Nationalökonomie 
ein genereller Begriff, aus dem durch Abstraktion von den Ver- 
änderungen der ‚systembestimmenden Daten die Statik ge- 
wonnen wird. Cassels Begriff der Statik stimmt mit dem 
unsrigen überein. Ob aber Statik und Dynamik bei ihm ein 
Begriffspaar bilden, ist fraglich, da man darüber streiten kann, 
ob Cassels Dynamik genereller Natur ist. Bei Schumpeter 
handelt es sich zunächst um zwei toto coelo verschiedene Dinge, 
um zwei generelle Erkenntnisobjekte — Wirtschaft ohne und 
Wirtschaft mit Unternehmer — um zwei Wissenschaften, die 
es mit verschiedenen Problemen und Methoden zu tun haben. 
Dann’ findet aber eine Begriffsverschiebung statt, die an sich 
verständlich ist, da, wenn man mit zwei generellen Erkenntnis- 
objekten arbeitet, man eine besondere Erklärung für den Über- 
gang von einer Wirtschaft zur anderen, die Schumpeter 
nicht bringt und die auch wohl schwer zu liefern ist, geben muß, 
außerdem dann die statische. Zurechnungstheorie, die man zur 
Erfassung der Vorgänge in der Dynamik braucht, nicht. ohne 
weiteres auf diese anwendbar ist. Diese Begriffsverschiebung 
zeigte uns deutlich den historischen Einschlag der Schumpeter- 
schen Statik. Sie fällt nicht mit den Depressionsperioden, in 
denen für Schumpeter auch „Männer der Tat‘ existieren, 
zusammen, da diese für Schumpeter aus der Statik ex defini- 
tione ausgeschlossen Sind. Während für Cassel und für uns
	        
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