der Uebertragung blieben wir in steter Fühlungnahme mit den buchführenden
Haushaltungen, um durch Rückfragen unklare Eintragungen und scheinbare
Fehlbeträge aufzuklären oder fehlende Posten, deren Eintragung augenschein—
lich vergessen worden war, wie z. B. Steuern, Gehalt, Versicherungen, Miete
u. dgl., zu ergänzen. Gegen Ende des Jahres wurde an ?Wntliche buchführen—
den Haushaltungen ein Fragebogen versandt, der die berufliche Stellung im
Betriebe, die Art der Gehaltsbemessung, die Wohnungsverhältnisfe und
nähere Angaben über den Urlaub erforschen sollte. Schon im Laufe des
Jahres 1926 wurden die Endsummen der statistischen Hilfsbogen auf die für
jeden Haushalt angelegte Jahresrechnung übernommen. Diese Jahresrech⸗
nungen wurden von Vierteliahr zu Vierteliahr rechnerisch abgeschlossen und
nachgeprüft.
Von den 350 vollständigen Jahresabrechnungen, die zu Anfang des
Jahres 10927 vorlagen, sind 290 der allgemeinen Auswertung unterzogen
und zu dem Tabellenwerk verarbeitet worden, über das diese Schrift berichtet.
Die übrigen Jahresrechnungen stammen von stellenlosen (14 Jahresrech-
nungen) und von ledigen Kaufmannsgehilfen (21 Jahresrechnungen). Der
Haushalt des Stellenlosen wird im Rahmen dieser Schrift (vgl. Seite 56)
einer Sonderbetrachtung unterworfen, während die Haushaltungsrechnungen
von ledigen Kaufmannsgehilfen, bei denen man von einer Haushaltungs⸗
führung im üblichen Sinne nicht sprechen kann, später an anderer Stelle
veröffentlicht werden. 25 Jahresrechnungen konnten aus mancherlei Er—
wägungen heraus nicht ausgewertet werden. So hatten wir z. B. eine Anzahl
von Haushaltungen mit erwachsenen mitverdienenden Kindern, die große
Teile ihres Einkommens außerhalb der Familienwirtschaft verausgabten. Da
in diesen Fällen eine Erfassung der sämtlichen Einnahmen und Ausgaben der
Haushaltungen nicht möglich war, mußten wir die Haushaltungen mit er—⸗
wachsenen mitverdienenden Kindern, soweit es sich nicht um Lehrlinge han⸗
delte, die ihre Bezüge voll an die Hauswirtschaft abführten, ausschalten. Auch
die Haushaltungen, in denen die Ehefrau regelmäßig einen Mittagstisch
gab, konnten zum Teil nicht berücksichtigt werden, da in diesem Fall die Aus—
gaben für Ernährung zu groß gewesen wären, eine Aufrechnung gegen die
Einnahmen aus dem Mittagstisch aber nicht möglich war. Andere Rechnungen
wurden wegen Unzuverlässigkeit der Angaben, wegen Unvollständigkeit, wegen
Unselbständigkeit der Haushaltungsführung u. ä. nicht in die endgültige Aus—
wertung miteinbezogen. Die Aussonderung dieser Haushaltungsrechnungen
wurde nach dem Grundsatz vorgenommen, daß der endgültigen Statistik nur
Material unterlegt werden dürfte, das vollständig und zuverlässig war. Als
Beispiel für einen Fall, der uns veranlaßte, das Budget nicht auszuwerten,
sei die Hauswirtschaftsrechnung eines Kaufmannsgehilfen erwähnt, der einige
hundert Mark Ausgaben nicht notiert hatte, da er mit seiner Frau „keine
Auseinandersetzungen“ wegen dieser Ausgaben bekommen wollte. Man kann
aus diesem Beispiel auch ersehen, wie schwierig es ist, statistisch in die Ein—
nahmen⸗ und Ausgabengestaltung der Privathaushaltung einzudringen.
Wir hatten auch mit einer Schwierigkeit ju kämpfen, die bei
jeder Haushaltungsstatistik eine Rolle spielen dürfte. Es
war sehr schwierig, minderbemittelte Familienzufr