verdienst des Mannes und der Kinder, der nach Einsetzen
der Stellenlosigkeit ansteigt, widerlegt Auslassungen der „Deutschen Berg—⸗
werkszeitung“ (vom 4. August 1926), in denen diese zu schreiben wagte, daß
die Arbeitslosen vom Nichtstun demoralisiert seien und sich wohl dabei
fühlten. Demgegenüber beweisen die Eintragungen der Bücher, daß jede
Arbeit willig und gern getan wird, wenn sie einen Lohn findet. Sogar der
kleine Ack err eines Stellenlosen wird jetzt intensiver abgeerntet. Die Dar⸗
lehnsnahme steigt um 179 v. H., was bei der effektiven Unmöglichkeit
der Rückzahlung von größter Not spricht. Z. B. wurden von einem Stellen⸗
losen 350, — M Schulden und von zwei anderen je 100 NM aufgenommen.
Dabei ist die Mietsstundung noch nicht einmal berücksichtigt. Natürlich helfen
auch die Verwandten und Eltern aus. Die Steigerung des
Krankengeldes nach Eintritt der Stellenlosigkeit ist auf die Er—
krankungen einiger Stellenloser nach der Entlassung zurückzuführen. Die
Entnahmen von der Sparkasse wurden von zwei Haushaltungen gemacht, und
zwar einmal 1360, — M und das andere Mal 291,—2 NM jährlich. Der
Ueberblick über die Einnahmen in der Zeit der Stellenlosigkeit zeigt deutlich,
daß alle Einnahmequellen, die nur irgendwie anzu—
greifen sind, benutzt wurden. Die eigentliche Erwerbslosen—
unterstützung ist nur ein Teilbetrag der Einnahmen, und ohne die Unter⸗
stützung des Verbandes wäre die Lebenshaltung der Familien erheblich weiter
herabgedrückt worden. Zufällig beziehen drei der Haushaltungen eine son⸗—
stige Rente (R.f. A.Rente, Kriegsrente, Unfallrente), die ihnen eine
nicht unbeträchtliche Unterstützung war. Auch dadurch ist unsere Darstellung
sicher günstiger als der Durchschnitt. Erschütternd und vielleicht charakte—
ristischer für die Lebenshaltung der Stellenlosen als der Durchschnitt aller
14 Haushaltungsrechnungen sind die beiden Expedientenhaushaltungen der
großen Tabelle, deren einer 317,02 AM vor und 92,53 M während der
Stellenlosigkeit Einnahmen hatte; der andere verfügte über 196, — NM in
der letzten Stellung und über O0, — N monatlich im Jahre 1926. Sie
waren beide nur auf die Stellenlosengelder der Erwerbslosenfürsorge und
des Verbandes angewiesen.
Aus den gesunkenen Einnahmen erklärt sich die allergrößte Einschränkung
auf der Ausgabenseite der Rechnungen. Die Hauptausgabe—
gruppen, auf einen Monat vor und während der Stellenlosigkeit berechnet,
gehen wie folat zurück
Vor bzw. nach / Waͤhrende —A—
Monatliche ——* Unterschied in
AMisaaben fur der Stellenlosigkeit —*5
7
8
Nahrungs- und Genußmittel
Wohnungsmiete, Hausrat,
Heiz. u. Beleuchtung .....
Kleidung, Wäsche, Schubwoer!
Sonstiges
—
59
27 090
17.53
7*
34 76
29. 28
44 03
27. 20
23.33
47. 34
220.28
2361*
Gesamtausgaben ...
264. 50 18706
Die Ernährungsausgaben sinken naturgemäß, da das Nahrungsbedürfnis
weitaus das dringendste ist, am wenigsten (— 17,53 v. H.s. Während im