Full text : Der Haushalt des Kaufmannsgehilfen

Monatliche
Ausdaben für

Bor bzw ach,./ Wahrend Anterschied in
der Stellenlosigkeit
7 vu V

v. .

Reinigung ....
Gesundheitspflege .........
Geist. u. ges. Bedürfnisse ...
Schulgeld u. Lernmittel ....
Verkehrsmittel...
Steuern ......
Versicherungen.
Dienstboten ....
Geschenke ..
Schulden .....
Ersparnisse .P.....
Bewerbungskosten.
Taschengeld .....
Gerichtskosten .....
Begräbniskosten ...

6. 16
2. 54
4. 69
3. 18
3. 40
2.,96
. 39
59
83

80
e
70

20. 62
124. 80
32. 68
46. 54
5.29
93. 08
57. 18
77. 22
62. 68
92. 22
65. 19
100. 00
69. 74
70. 320
18—

530

1223
2
9
*2

J— 47. 34
Die seelische Zermürbung durch den Abbau und die vergeblichen Be—
mühungen, wieder eine Stellung zu finden, verursachen sehr häufig Er—
krankungen unter den Stellenlosen. Wenn die Kosten für Arzt und Medizin
auch überwiegend durch die Versicherung bestritten werden, so ist es doch nicht
zufällig, daß bei diesen 14 Kaufmannsgehilfen die Ausgaben für
Gesundheitspflege sich während der Stellenlosigkeit
mehr als verdoppelt haben. Außer den zufälligen Begräbniskosten
und den Bewerbungskosten gehen alle sonstigen Ausgaben stark zurück.
Vor allem die Ausgaben fuͤr geistige und gesellige Bedürf—
nissse, fir Schulgeldund Lernmittel und für Reinigung.
2,89 N monatlich für geistige und gesellige Bedürfnisse dürften, außer dem
Stellenlosenbeitrag zur Aufrechterhaltung der Mitgliedschaft bei der Ge—
werkschaft, dem Bezuge einer Tageszeitung, Schreibpapier und Porto für
Bewerbungsbriefe, soweit diese Ausgaben nicht unter der dafür vorgesehenen
Ausgabengruppe erscheinen, kaum noch irgendwelche Beträge für andere
Ausgaben dieser Art übrigiassen. Die „Deutsche Bergwerkszeitung“ fühlte
sich zwar im Jahre 19260 bemüßigt, darauf hinzuweisen, daß in Gegenden
die monatelang notorisch arbeitslos sind, die Gastwirtschaften und Tabakläden
besonders florierten. Wir glauben, daß das Gegenteil wahr ist, hier be—
wiesen zu haben. Man könnte im Gegenteil an Hand dieser Zahlen einmal
feststellen, wie stark der Unterkonsum an allen diesen Dingen im Jahre 1926
war, als mehr als eine viertel Million Angestellte ohne Beschäftigung waren.
Am wenigsten ist die Ausgabe für Verkehrsmitte l, die wohl
gerade für den sich bewerbenden Stellenlosen unumgänglich ist, herunter—
gegangen. Die Rückzahlung der Schulden stockt fast ganz nach Eintritt der
Stellenlosigkeit, dagegen ist eine weitere starke Verschuldung, wie schon ge⸗
zeigt wurde, durch die Zunahme der Darlehen erwiesen. Ein scheinbarer
Widerspruch liegt vielleicht darin, daß während der Stellenlosigkeit die Er—
sparnisse nicht ganz verschwinden. Das Sparen erscheint. wie schon in

Zusammen ...

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