Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

Tages die Grundlagen seines Planes in einem Memo- 
randum zusammenstellen, das er, Curtis, mit nach 
Washington nehmen könne. Er möge ihm dann mit- 
teilen, ob der Präsident und der Staatssekretär ein- 
verstanden seien, 
In dem Memorandum war besonderer Nachdruck 
darauf gelegt, daß es sich um einen privaten Vertrag 
und unter keinen Umständen um eine öffentliche An- 
leihe handele. Curtis nahm es mit nach Washington. 
Bis dahin war über den Preis nichts gesprochen 
worden. Morgan sagte später: „Es war auch nicht so 
sehr eine Frage des Preises, sondern des Erfolges.” 
Am Sonnabend brachte Curtis eine zustimmende Ant- 
wort vom Schatzsekretär, und die Bedingungen einer 
Ausgabe von Schuldverschreibungen wurden von den 
beiden Bankiers aufgesetzt. 
Am gleichen Tag wurden 5 bis 6 Millionen in 
Gold aus dem Schatzamt abgehoben und zur Ver- 
schiffung nach Europa auf die Dampfer gebracht. Nun 
war kaum noch für einen Tag Vorrat vorhanden. 
Gegen Abend aber ereignete sich etwas Bemerkens- 
wertes: das Gerücht, daß Morgan etwas unternehmen 
werde, verursachte einen plötzlichen Umschwung der 
Meinung in den Finanzkreisen, und ein großer Teil 
des Goldes wurde von den Dampfern wieder zurück 
ins Schatzamt gebracht. Ein bloßes Gerücht bewirkte 
das. Aber die Wirkung war nicht vorhaltend. 
Die Presse, die etwas außergewöhnliches witterte, 
sah die ganze Sache natürlich von ihrem eigenen Ge- 
sichtswinkel an. Ihr kam sie verdächtig vor, sie war 
aufgebracht über die geheimnisvollen Verhandlungen. 
Sie sprach von ‚„Hintertreppenfinanzierung‘” und 
fragte, ob sich der Präsident nicht in die Gewalt der 
Geldinteressenten begebe, um ihnen einen Vorteil auf 
Kosten des Staates zuzuschanzen. Sie redete viel von 
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