Tages die Grundlagen seines Planes in einem Memo-
randum zusammenstellen, das er, Curtis, mit nach
Washington nehmen könne. Er möge ihm dann mit-
teilen, ob der Präsident und der Staatssekretär ein-
verstanden seien,
In dem Memorandum war besonderer Nachdruck
darauf gelegt, daß es sich um einen privaten Vertrag
und unter keinen Umständen um eine öffentliche An-
leihe handele. Curtis nahm es mit nach Washington.
Bis dahin war über den Preis nichts gesprochen
worden. Morgan sagte später: „Es war auch nicht so
sehr eine Frage des Preises, sondern des Erfolges.”
Am Sonnabend brachte Curtis eine zustimmende Ant-
wort vom Schatzsekretär, und die Bedingungen einer
Ausgabe von Schuldverschreibungen wurden von den
beiden Bankiers aufgesetzt.
Am gleichen Tag wurden 5 bis 6 Millionen in
Gold aus dem Schatzamt abgehoben und zur Ver-
schiffung nach Europa auf die Dampfer gebracht. Nun
war kaum noch für einen Tag Vorrat vorhanden.
Gegen Abend aber ereignete sich etwas Bemerkens-
wertes: das Gerücht, daß Morgan etwas unternehmen
werde, verursachte einen plötzlichen Umschwung der
Meinung in den Finanzkreisen, und ein großer Teil
des Goldes wurde von den Dampfern wieder zurück
ins Schatzamt gebracht. Ein bloßes Gerücht bewirkte
das. Aber die Wirkung war nicht vorhaltend.
Die Presse, die etwas außergewöhnliches witterte,
sah die ganze Sache natürlich von ihrem eigenen Ge-
sichtswinkel an. Ihr kam sie verdächtig vor, sie war
aufgebracht über die geheimnisvollen Verhandlungen.
Sie sprach von ‚„Hintertreppenfinanzierung‘” und
fragte, ob sich der Präsident nicht in die Gewalt der
Geldinteressenten begebe, um ihnen einen Vorteil auf
Kosten des Staates zuzuschanzen. Sie redete viel von
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