Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

den unerschöpflichen natürlichen Hilfsquellen des 
Landes, und was das Volk alles tun würde, wenn der 
Kongreß ihm nur eine Möglichkeit böte, in dieser 
schwierigen Lage helfend einzugreifen. Die New 
Yorker „World“ erklärte mehrere Male, der Präsident 
solle eine dreiprozentige Anleihe ausschreiben: „Wenn 
die Banken sie nicht nehmen wollen, so wird das Volk 
sie nehmen!“ 
Und Cleveland war diesem Plan durchaus nicht ab- 
geneigt. Vielleicht hatte er immer noch Vertrauen zu 
dem Kongreß. Jedenfalls war er entschlossen, sich auf 
den Kongreß zu verlassen. Auch Carlisle war einer 
öffentlichen Anleihe geneigt. Infolgedessen erhielt 
Morgan am Montag vormittag, als er meinte, die Sache 
sei so gut wie erledigt, einen Brief von Carlisle, das 
Schatzamt habe sich entschlossen, die Verhandlungen 
abzubrechen und sich auf den Kongreß zu verlassen, 
damit eine öffentliche Anleihe ausgeschrieben werden 
solle. 
Das war ein Schlag ins Gesicht. Morgan war voll- 
kommen davon überzeugt, daß ein Ruf nach Gold an 
die Öffentlichkeit sich nur unheilvoll für das Schatz- 
amt auswirken würde. Ohne einen Augenblick zu ver- 
lieren, setzte er sich mit Carlisle in Verbindung und 
bat ihn dringend, nichts zu unternehmen, bevor er und 
Belmont in Washington angekommen seien. Der Staats- 
sekretär war damit einverstanden, noch einen Tag zu 
warten. Belmont fuhr sofort ab, sobald er von Mor- 
gan unterrichtet war; dieser selbst folgte mit einem 
Nachmittagszug. Mit ihm fuhr sein jüngerer Partner 
Robert Bacon und sein Rechtsanwalt Francis Lynde 
Stetson, Stetson war früher Partner von Cleveland 
gewesen, Er empfing Morgans Botschaft „Es sind viel- 
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