Object: Wirtschaft als Leben

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,Zur sozialwissenschaftlichen Begriffsbildung“, 
logie wahrhaft zur Ehre; zu heller Unehre aber die Tatsache, daß unsere 
Methodenlehre von jener kostbaren Fährte, die ihr Menger wies, 
seither total abgekommen war. Gleich über den Methodenstreit 
selber, den Mengers Buch entfesselte, hat sich die erschreckend 
oberflächliche Meinung gebildet, daß hier eine Partei des „de 
duktiven“ Verfahrens einer Partei des „induktiven“ Verfahrens gegen 
über stünde. Als ob der Gegensatz zwischen „Induktion“ und „De 
duktion“, wie er jenem Wahne als fragwürdiger Sinn unterliegt, über 
haupt auf unserem Gebiete ernst zu nehmen wäre 1 Aber es ist 
wirklich zur landläufigen Ansicht geworden, daß man nach dem Ver 
hältnis zwischen „Induktion und Deduktion“ fragen müsse, will man 
über unsere Wissenschaft methodologisch ins klare kommen. In 
solchem Grade verlor man jenen anderen und tatsächlich entscheidenden 
Gegensatz aus den Augen. 
Neuerdings hat es Max Weber unternommen, unserer ver 
kümmernden Methodologie frisches Blut zuzuführen, indem er ihr die 
bezüglichen Leistungen unserer modernen Logiker — namentlich 
Windelband, Rickert, Simmel, Münsterberg kommen 
neben anderen hier in Betracht — nutzbar zu machen sucht; besonders 
auch zur Aufklärung über jenes Fundamentalverhältnis. In meiner 
programmatischen Schrift „Die Herrschaft des Wortes“ und in der 
Monographie „Die Grenzen der Geschichte“ hatte ich etwas Ähnliches 
versucht. Die Arbeiten Max Webers — dem ich namentlich für 
das Verständnis der genialen Problemstellungen Rickerts ungleich 
mehr verdanke, als im Text zum Ausdruck kommen könnte — gaben 
mir die Anregung, jenen Versuch auf breiterer Grundlage zu erneuern. 
In der hier beginnenden Serie von Untersuchungen ist es daher mein 
Streben, in der Anlehnung an die moderne Logik an der Klärung 
des Verhältnisses zwischen nomothetischem und idio- 
graphischem Erkennen zu arbeiten. Gerade damit aber ver 
bindet sich der Kampf gegen die „Wortherrschaft“ in unserer Theorie. 
Die Sozialwissenschaft soll, um sich selber zu erkennen, nicht auf ein 
Ausschlachten ihrer Schlüsselworte — „Wirtschaft“, „Gesellschaft“ —• 
angewiesen bleiben; und in ihrer Theorie sollen sich mehr die Worte 
um die Begriffe drehen, nicht immerzu nur die Begriffe um herrschende 
Worte. 
Für die Scheidung zwischen nomothetischer und idiographischer 
Denkweise — in ihrer Tragweite für alle Methodologie schier un 
absehbar — war besonders Windelbands Straßburger Rektoratsrede 
„Geschichte und Naturwissenschaft“ bahnbrechend. Was diese Denk 
weisen selber anlangt, so hat sich die ganze traditionelle Logik
	        
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