Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

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nahm sein Name eine solche überragende Stellung ein. 
Tausende von Aktien dieses Trusts wurden in den ent- 
lerntesten Winkeln von Asien und Afrika verkauft, 
wohin früher niemals ein amerikanisches Papier seinen 
Weg gefunden hatte. Eine Zeitlang nahm Morgan eine 
ganz einzigartige Stellung in der amerikanischen 
Öffentlichkeit ein. Man kann nicht gerade sagen, daß 
es allgemeine Beliebtheit war, eher handelte es sich 
um scheue Bewunderung, Aber der Kursrückgang der 
Aktien des Stahltrusts brachte eine gründliche Abkehr 
von der Heldenverehrung von 1901. In der Krisenzeit 
1903/04 sank nämlich der Kurs der Vorzugsaktien von 
95 bis 105 Prozent auf 49 Prozent und der der Stamm- 
aktien von 40 bis 50 Prozent auf 8 Prozent, Morgan 
wußte, daß es sich nur um eine vorübergehende Er- 
scheinung handeln konnte, und riet zum Aushalten, 
aber Tausende von Anteilbesitzern hielten einen völ- 
ligen Zusammenbruch für unmittelbar bevorsteheund 
und verkauften ihre Papiere zu den niedrigen Kursen. 
Sie glaubten jetzt, der Stahltrust sei nur ein großes 
Schwindelgeschäft zugunsten der Organisatoren, und 
sahen in Morgan nicht mehr den epochemachenden 
Begründer stabiler und sicherer Unternehmungen, son- 
dern ein Ungeheuer, einen Korsaren, der rücksichtslos 
und brutal nur seinen persönlichen Gewinnen nach- 
strebte — Ansichten, die denjenigen, auf deren Soli- 
dität die Firma Morgan beruhte, genau entgegengesetzt 
waren. Der Fehlschlag des Schiffahrtstrustes trug zu 
diesem Umschlag der öffentlichen Meinung natürlich 
noch bei, und noch mehr Ungünstiges wurde in dieser 
Hinsicht infolge der Verbindung seines Namens mit 
einem von Anfang an verfahrenen Unternehmen ge- 
redet, das sich als der hoffnungslose Versuch einiger 
Amateure, den Grundsatz des Zusammenschlusses im 
Schiffbau anzuwenden, darstellte. 
190
	        
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