Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

Und Gary sagte: „Eigentlich nicht. Aber hier han- 
delt es sich um eine Finanzkrisis. Der Zweck des An- 
kaufs dieser Aktien ist. die Panik zu überwinden, und 
wenn die Regierung hinterher auf Grund des Anti- 
trustgesetzes gegen uns vorgehen sollte mit der Be- 
hauptung, wir hätten uns durch diese Transaktion ein 
Monopol geschaffen, dann haben wir die Finanzlage 
nicht gebessert, sondern im Gegenteil verschlechtert.“ 
„Dann fahren Sie nach Washington”, sagte Mor- 
gan. „Nehmen Sie einen Extrazug und verlieren Sie 
keine Minute.” 
In den ersten Vormittagsstunden des nächsten 
Tages empfingen Präsident Roosevelt und General- 
staatsanwalt Bonaparte Gary und Frick. Nachdem sie 
die Schilderung der Lage durch die beiden Herren an- 
gehört hatten, erklärten sie, daß die Regierung nichts 
unternehmen werde. Infolgedessen wurde die Ten- 
nessee Coal & Iron Company mit dem Stahltrust ver- 
schmolzen und ihre Aktionäre tauschten ihre Aktien 
gegen solche des Trusts ein. - 
A, 
Morgan wandte sich dann einer anderen Angelegen- 
heit zu, nämlich der schwierigen Lage der Stadt New 
York, der es vor einiger Zeit, wie oben dargelegt, nicht 
gelungen war, ihre Schuldverschreibungen anzubrin- 
gen. Die Stadt brauchte dringend Geld, da sie ver- 
schiedene Firmen, die außerordentlich wichtige öffent- 
liche Arbeiten ausführten, bezahlen mußte. Einige 
dieser Firmen standen unmittelbar vor dem. Bankrott, 
ınd verschiedene hätten schon längst liquidieren müs- 
sen, wenn sie nicht von ihren eigenen Gläubigern Zah- 
lungsaufschub und gelegentlich auch von Banken ein 
wenig Hilfe erhalten hätten. Gegen Mitte November 
wurde die Lage der Stadt aber so kritisch, daß sie 
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