Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

Morgan um Hilfe anging, Das war etwa einen Monat, 
nachdem ihn die Banken um Hilfe gebeten hatten. 
Morgan meinte, die Stadt müsse die Verschreibungen 
zu einem so hohen Zinssatz ausgeben, daß ihre Auf- 
lage auch unter bei der gegenwärtig so instabilen und 
schlechten Finanzlage sich lohnen würde, denn man 
werde zu sehr künstlichen Mitteln, wie zum Beispiel 
Clearinghauszertifikaten, seine Zuflucht nehmen müs- 
sen. Die Stadt bot daher 4!/» Prozent Zinsen, und Mor- 
gan übernahm für sich und seine Geschäftsfreunde die 
ganze Anleihe. 
Der Umschwung von der Panik zu normalen 
Bedingungen kam sehr langsam. In 6 Wochen aber 
hatten die Vereinigten Staaten aus Europa fast 100 
Millionen Dollar in Gold erhalten, von denen jeder 
Dollar an Banken in allen Teilen des Landes geschickt 
wurde, damit sie wieder ihre gesetzlichen Reserve- 
fonds auffüllen und ihre Geschäftsmöglichkeiten ver- 
größern könnten. Morgan riet den Bankiers stets, alle 
ihre Kunden zu berücksichtigen, auch die kleinen 
Kaufleute und Fabrikanten, da diese von den Banken 
in bezug auf das Geld zur Weiterführung ihrer Unter- 
nehmungen abhängig waren. Es wurde auch beschlos- 
sen, daß die Clearinghäuser von den Banken gute Pa- 
piere übernehmen und dafür Zertifikate ausgeben soll- 
ten. So gab die New Yorker Clearing House Associa- 
tion zum Beispiel einige 40 Millionen Zertifikate gegen 
erstklassige Papiere als Sicherheit aus. Morgans Vor- 
hersage, daß diese Papiere eine ebenso gute Sicher- 
heit sein würden wie Regierungsschuldverschreibungen, 
erfüllte sich durchaus. Die Papiere erlitten nicht den 
geringsten Verlust. 
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