Morgan um Hilfe anging, Das war etwa einen Monat,
nachdem ihn die Banken um Hilfe gebeten hatten.
Morgan meinte, die Stadt müsse die Verschreibungen
zu einem so hohen Zinssatz ausgeben, daß ihre Auf-
lage auch unter bei der gegenwärtig so instabilen und
schlechten Finanzlage sich lohnen würde, denn man
werde zu sehr künstlichen Mitteln, wie zum Beispiel
Clearinghauszertifikaten, seine Zuflucht nehmen müs-
sen. Die Stadt bot daher 4!/» Prozent Zinsen, und Mor-
gan übernahm für sich und seine Geschäftsfreunde die
ganze Anleihe.
Der Umschwung von der Panik zu normalen
Bedingungen kam sehr langsam. In 6 Wochen aber
hatten die Vereinigten Staaten aus Europa fast 100
Millionen Dollar in Gold erhalten, von denen jeder
Dollar an Banken in allen Teilen des Landes geschickt
wurde, damit sie wieder ihre gesetzlichen Reserve-
fonds auffüllen und ihre Geschäftsmöglichkeiten ver-
größern könnten. Morgan riet den Bankiers stets, alle
ihre Kunden zu berücksichtigen, auch die kleinen
Kaufleute und Fabrikanten, da diese von den Banken
in bezug auf das Geld zur Weiterführung ihrer Unter-
nehmungen abhängig waren. Es wurde auch beschlos-
sen, daß die Clearinghäuser von den Banken gute Pa-
piere übernehmen und dafür Zertifikate ausgeben soll-
ten. So gab die New Yorker Clearing House Associa-
tion zum Beispiel einige 40 Millionen Zertifikate gegen
erstklassige Papiere als Sicherheit aus. Morgans Vor-
hersage, daß diese Papiere eine ebenso gute Sicher-
heit sein würden wie Regierungsschuldverschreibungen,
erfüllte sich durchaus. Die Papiere erlitten nicht den
geringsten Verlust.
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