Full text : John Pierpont Morgan, der Weltbankier

das sich besonders in der Frage des Dawes-Planes
sowie der Stützung des französischen Franken zeigt,
Dinge, die im nächsten Kapitel noch genauer besprochen
 werden sollen. Ferner gab Morgan dann
auch an die im Weltkrieg feindlichen Staaten Anleihen
 und erlangte hierdurch und durch die gewöhnliche
 Entwicklung des ja schon von seinem Vater mit
bestem Erfolg betriebenen Geschäfts der Plazierung
besonders mittel- und südamerikanischer Anleihen auf
dem nordamerikanischen Markt einen großen Einfluß
in der ganzen Welt. Rein äußerlich drückt sich das
zum Beispiel dadurch aus, daß die National City Bank,
eine der Banken der Morgangruppe, durch ihre Tochtergesellschaft,
 die International Banking Corporation,
24 Filialen in der ganzen Welt hat. Aber auch ohne
derartige Filialinstitute wäre Morgans Macht groß
genug, Man kann nun zwar nicht gut sagen, daß er
die absolute Herrschaft über das Geld- und Kreditwesen
 der Welt in Händen hat, aber mit Fug und
Recht wird man sagen können, daß irgendeine wichtigere
 Anleihe oder sonstige Transaktion auf dem
internationalen Geldmarkt kaum durchgeführt werden
kann, ohne daß Morgan in irgendwelcher Form beteiligt
 werden muß, wenn er es wünscht. Auch dürfte
er wohl die Mittel in der Hand haben, eine ihm unerwünschte
 Finanztransaktion zu verhindern. Die
Stabilisierung der deutschen Mark. und des französischen
 Franken zum Beispiel sind zwar ohne seine Mitwirkung
 durchgeführt worden, aber es ist zweifelhaft,
ob sie überhaupt oder wenigstens ungestört hätten zuwege
 gebracht werden können, wenn Morgan aus
irgendeinem Grunde ein Interesse daran gehabt hätte,
sie zu durchkreuzen.

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