Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

& Co. mit der Anweisung, Gold zu kaufen, bis es einen 
bestimmten Kurs erreicht hätte. Beide Spekulanten 
wußten, wann auf der Börse die Reihe am Gold war. 
Aber plötzlich begann das Bieten in Gold Room selbst. 
„Ich verkaufe eine halbe Million‘, sagte jemand, 
„trotz der großen Verschiffungen.“‘ 
„Ich nehme die halbe Million und noch eine wei- 
tere halbe Million um einen halben Prozent höher”, 
antwortete Morgans Partner prompt. Hierauf wurden 
keinerlei Versuche mehr gemacht, den Kurs zu 
drücken. Die Importeure mußten klein beigeben, sie 
hatten ihre Verbindlichkeiten so überfällig werden 
lassen, daß sie nun Sichtwechsel ziehen mußten, und 
Morgan war der einzige, der sie honorieren konnte. In 
weniger als zwei Wochen war so das für den Goldkauf 
angewendete Geld wieder hereingebracht und die 
Transaktion schloß mit einem Gewinn von 160000 
Dollar, was damals als ein großes Geschäft betrachtet 
wurde, 
Um diese Zeit beteiligte sich Morgan auch an einem 
jener nicht immer ganz sauberen Lieferungsgeschäfte, 
wie sie in jedem Krieg vorkommen. Es war damals 
üblich, daß jeder Heerführer für die Bewaffnung und 
Ausrüstung seines Truppenteils selbst zu sorgen hatte, 
ebenso hatte der Soldat von seiner Löhnung für Uni- 
form, Verpflegung und bei berittenen Truppen für sein 
Pferd und so weiter zu zahlen. Reste dieses Gebrauchs 
haben sich in den Vereinigten Staaten bis heute er- 
halten. 
Nun war diese Regelung naturgemäß ein zwei- 
schneidiges Schwert. Geschäftstüchtige Generale 
konnten an Zwischengewinnen, Provisionen und der- 
gleichen große Summen verdienen, während andere, 
weniger gewandte, sich von skrupellosen Lieferanten 
übers Ohr hauen lassen mußten. Die Kosten hatte 
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