Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

Panik in Frankreich zu verhindern, herangetreten, je- 
doch ohne Erfolg. Als ihnen nun Morgan den Vorschlag 
machte, die Stützung des Franken mit der Annahme 
ihres Gutachtens zu verquicken und insbesondere 
Frankreich die Bedingung zu stellen, Deutschland die 
Wiederherstellung seiner vollen wirtschaftlichen Sou- 
veränität und Einigkeit zu ermöglichen, also die Ruhr- 
besetzung und die wirtschaftliche Trennung des be- 
setzten vom unbesetzten Gebiet aufzuheben, erklärten 
sie sich einverstanden. Sie setzten sich mit ihrer Re- 
gierung in Verbindung, die zwar erklärte, keinerlei 
Verantwortung für diese Operation übernehmen, ihr 
jedoch auch nichts in den Weg legen zu wollen. Die 
Sachverständigen versicherten sich dann des Ein- 
verständnisses der französischen Minister und anderer 
leitender Persönlichkeiten. Ob hierbei Schriftstücke 
gewechselt worden sind oder ob es sich nur um münd- 
liche Besprechungen handelte, ist nicht bekannt. 
Die Geschichte der Frankenstützungsaktion ist 
sehr wechselvoll. Es war zunächst vorgesehen, daß 
Morgan der Banque de France auf nicht ganz ein Jahr 
100 Millionen Dollar gegen die Verpfändung von Gold- 
barren zur Verfügung stellen sollte. Die Banque de 
France verpflichtete sich, den vollen Betrag in Gold 
nach New York zu verschiffen, wenn bis zum Fällig- 
keitstermin der Kredit nicht vollständig zurückgezahlt 
wäre. Ferner verpflichtete sie sich, bis zur Besserung 
der Finanzlage keinerlei Kredite aufzunehmen außer 
höchstens zur Fundierung der schwebenden Schuld 
und zum Wiederaufbau der zerstörten Gebiete, auch 
diese aber nur, wenn sie durch die normalen Haus- 
haltseinkünfte gedeckt werden könnten. Auch werde 
sie selbst in dieser Zeit keine Anleihe ausgeben. Außer 
Morgan sollte sich England an der Frankenstützungs- 
aktion beteiligen, und zwar war vorgesehen, daß die 
19 Morgan 
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