Heer heute nicht mehr kennt. Sie hieß Posse commi-
tatus, und es wurde besonders in den Südstaaten zur
Zeit der Carpet-baggers oder wilden Kandidaten viel
Gebrauch von ihr gemacht, Durch das Posse commi-
tatus war es den Zivilbehörden möglich, zu jeder Zeit
und überall das Militär in Anspruch zu nehmen, um
die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten und Ver-
haftungen vorzunehmen. Sie machten von diesem
Recht besonders häufig an den Wahltagen Gebrauch,
Der Süden wurde darüber allmählich so aufgebracht,
daß seine Kongreßmänner in Washington den Etat für
die Besoldung des regulären Heeres nicht mehr be-
willigten. Fast ein Jahr lang erhielten die Soldaten
infolgedessen als Sold Schecks, die vollkommen wert-
los waren, denn es war kein Geld da, um sie ein-
zulösen. Hierunter litt natürlich jeder einzelne Soldat
in den Vereinigten Staaten, von den Garnisonen im
Osten bis zu den Kampftruppen auf den Prärien.
General Miles kämpfte damals im Yellowstone-
gebiet gegen die Indianer vom Stamme der Nez Perces.
Es war ein harter Kampf und es wurde viel geritten,
und wenn die Leute in die Zivilisation zurückkehrten,
hatten sie zerrissene Uniformen, furchtbaren Appetit
— und keinen Cent, um sich oder ihren Pferden etwas
zu kaufen. Ihre einzige Zuflucht waren die jüdischen
Geldwechsler, die ihnen anboten, die Schecks des
Zahlmeisters mit einem Diskont von 25 Prozent an-
zunehmen. Dabei jammerten die Juden noch über das
[urchtbare Risiko.
In ihrer Notlage waren die Offiziere und Mann-
schaften halb und halb bereit, auf 25 Prozent ihres
ehrlich erworbenen Soldes zu verzichten, da kam die
Nachricht, daß J. P. Morgan von der Firma Drexel,
Morgan & Co. Geld geliefert hatte, um dem Heere
den Sold sofort auszuzahlen, und zwar mit einem Dis-
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