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XXV 1.
Schaft. Ohne sie wäre die Produktion der kostbaren Kolonial
waren ebenso unmöglich gewesen wie heutzutage ein Fabrik
betrieb ohne Dampfmaschinen oder Kohlen. Neger waren die
damaligen „schwarzen Diamanten“. Der westindische Boden
und die ihn befruchtende Sklavenarbeit waren die beiden
Zaubermittel, waren Vater und Mutter aller Schätze, welche
die Antillen hervorbrachten.
Der Sklave war das Anfangsglied einer langen Kette von
wirtschaftlichen und politischen Folgeerscheinungen. Er selbst
erzeugte zunächst Zucker und Rum. Letztere bildeten die
Massenexportprodukte der Kolonisten, verschafften ihnen Reich
tum und Kaufkraft für die Fabrikate des Mutterlandes, unter
hielten eine Handelsflotte von nahezu 700 Schiffen und gaben
Zehntausenden von Kaufleuten, Matrosen und Arbeitern Lohn
und Brot. Die westindisch - europäische Schiffahrt bildete
lange Zeit die Wiege, dann eine Haupt- und seit 1783 längere
Zeit die einzige Stütze der britischen Seemacht. Grofs-
britanniens Glück, Reichtum und politische Bedeutung hingen
ein Jahrhundert lang mit dem westindischen und dadurch
indirekt mit dem Sklavenhandel auf das innigste zusammen.
„Der Sklavenhandel und der westindische Handel sind nicht
voneinander zu trennen; beide hängen voneinander ab.“ (Mr.
Alderman Watson, H. o. C., 19. April 1791). Diesen Zu
sammenhang wolle man in den folgenden Ausführungen nie
aus den Augen verlieren. Wer die Beweggründe für die Abo
lition ergründen will, muís sich mit den Schwankungen des
westindischen Kolonialhandols, namentlich des Zuckerhandels,
sodann aber auch mit den fortwährenden Verschiebungen der
politischen Lage in Europa vertraut machen. Auch der nord
amerikanisch- westindische Handel stand zu dem Sklaven-,
Zucker- und dem sonstigen britischen Welthandel in engen
Beziehungen und wird einen wesentlichen Faktor in unserer
Untersuchung bilden.
Um sich von den ziemlich verwickelten Beziehungen der
angeführten Handelszweige ein Bild zu machen, empfiehlt es
sich, den Sklavenhandel der Reihe nach von Anfang an bis
zu Ende über alle seine Stadien zu verfolgen. Für diesen
Zweck greifen wir ein bestimmtes, typisches Jahr aus dem
Zusammenhang heraus.
Im Jahre 1787 segelten 137 Schiffe mit einem Tonnen
gehalt von 22 2(33 und mit einer Besatzung von rund 5000 Mann
von grofsbritannischen Häfen zum Sklavenhandel nach der
afrikanischen Küste aus. (Dies und das Folgende ersiehe aus
dem Report 1789, resp. aus Edwards IV, c. II). Die mit
geführten Artikel — von der beschriebenen Art — hatten,
soweit sie britischen Ursprunges waren, einen Wert von
401593 j£, wozu noch für 2(36 601 '£ fremde Exportgüter,
namentlich ostindische Baumwollstoffe, Kaurimuscheln und