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II. Der Markt von Lübeck
13) Z. B. F. Keutgen, Ämter und Zünfte, 1903, S. 143 (Köln), 145 (Mainz), 148 (Sten-
dal) usw. — S. Rietschel, Markt und Stadt, 1897, S. 139, ist sogar der Ansicht, daß in
den Marktansiedlungen .des 12. Jahrhunderts nur an den Stadtherrn zinspflichtiges
Marktareal vorkomme, da „der Markt regelmäßig auf grundherrlichem Boden errichtet
war“. — Bezeichnend für die Unterschätzung gerade der führenden deutschen Kolonial-
stadt in der allgemeinen Literatur ist, daß Rietschel sie übergeht, während Sombart
sie vom wirtschaftsgeschichtlichen Standpunkt als „Bagatelle“ glaubt abtun zu können.
Vgl. zu letzterem Rörig, Hist. Vierteljahrschrift XIX, S. 114.
14) J. Höhler, Die Anfänge des Handwerks in Lübeck. Archiv f. Kulturgesch, I, 185,
im Anschluß an Pauli, Lüb. Zustände I, S. 53. — Ebenso W. Brehmer, Mitt. d. Ver. f.
Lüb. Gesch, 4, S. 37.
15) Hierüber eingehend: Rörig, Zur Baugeschichte 2, S. 137.
16) Im einzelnen ist der Ausbau der Filzerbuden in Privatbesitz wie folgt nachzuweisen:
240 A—C, 241 AB. 1287: 5 bodae sutrinae et 4 bodae filtrinae. O0.St.B. I, 54, 3 [1281
nur: 5 bodae, Ztschr. IV, 2, S. 443, Nr. 288]. — 239 B. 1288: quarta pars bodae filtrariae,
0.St.B. I, 69, 6. — 237 A—C. 1303: 3 bodae sutrinae et 2 bodae filtrariae. 0.St.B. I,
398, 8. — 236 A—E. 1305: 5 bodae sutrinae, 4 filtrariae. 0.St.B. I, 466, 2 [noch 1286
nur: 5 bodae sutrinae. O.St.B. I, 35, 6]. — 238 A. 1311: boda sicut se extendit supra
et infra. O.St.B. II, 61, 2 [1309 nur: boda sutrina. O.St.B. I, 590, 2]. — 238 B. 1313: boda
sutrina et una filtrina superius sita, 0.St.B. II, 130, 4. — 238 C. 1313: una boda sutrina
:t una boda filtraria. 0.St.B. IT, 130, 3. — 239 A. 1326: boda inferius sutrina et superius
filtrina. Schröder, Marienquartier, Hs. St.A. L., S. 292. — Bemerkenswert ist, daß vor
1287 keine Filzerbude in Privatbesitz erwähnt ist: ihr Vorhandensein ist ja auch erst
nach 1285 (städtischer Schwibbogenbau) möglich. Die später erwähnten Filzerbuden
können selbstverständlich bereits einige Jahre vorher bestanden haben, bis dann erst
eine Veräußerung ihre Erwähnung im O.St.B. veranlaßte.
17) L.U.B. I., S. 248.
18) L.U.B. II, S. 1025.
19) L.U.B. II, S. 1047. — 1335 und 1347 ließ der Rat, offenbar wegen ungünstiger
Beleuchtungsverhältnisse (‚„‚tenebrosa boda‘“), 2 der zur Breiten Straße hin gelegenen
Werkstätten einziehen. In dieser Zahl, zusammen 22, haben sich die Goldschmiedebuden
bis zum Jahre 1868 gehalten!
20) Zur Baugeschichte 2, S. 146ff,
?1) Aus den Eintragungen der Kämmereiempfangsbücher seit 1460 im Vergleich zu der
Kämmereiabrechnung von 1407/08 (L.U.B. V, S. 179) ergibt sich einwandfrei, daß auch
die Weißgerber im „,Lohhaus‘“ ihre Verkaufsstellen hatten; ferner, daß die Angabe von
1407/08 „up dem lohaus‘“ sich noch auf das alte Lohhaus (242 F), nicht den Einbau in
Block XVI von 1361 bezieht. Danach ist: Zur Baugeschichte 2, S. 143 oben zu berichtigen.
Über die Wollenweber vgl. unter Abschnitt IV.
?2) Eingehend darüber: Rörig, Zur Baugeschichte 1, S, 4f.
*3) Zur Baugeschichte 1, S. 6ff.
?4) L.U.B. II, S. 1029, Anm. — Der Abdruck ist nicht ganz vollständig. — Von L.
U.B. II, S. 1028, Anm. verteilt sich von den Worten: „bode sub gradibus et notstale“
an der Rest des Textes auf die ersten drei Seiten des zweiten Heftes der Kämmereiauf-
zeichnungen.
%5) St.A. L., Kämmerei, Vol. I, Bl. 9, Rückseite.
26) St.A. L., Senatsarchiv. Ämter, Bäcker (Beilage aus den Kämmereiakten).
27) Herr Prof. Freiherr von Lütgendorff hatte die Liebenswürdigkeit, die Schröder-
schen Register für diesen Zweck für mich durchzusehen. — Im 17. Jahrhundert erhalten
die Bäcker die Erlaubnis, das Brot in ihren eigenen Häusern zu verkaufen: damals wurden
die macella panum zu elf Freiwohnungen für verarmte Bäckermeister und Bäckerwitwen
umgebaut. J. Warncke, Handwerk und Zünfte in Lübeck, 1912, S. 97.