Object: Die Genussscheine nach schweizerischem Recht

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Nicht so einfach ist die Frage bei den Entscheidungen 
der französischen Gerichte. Trotzdem sind dieselben von 
grösster Wichtigkeit, weil die ganze Doktrin sich auf sie 
stützt. Man darf aber dabei den Umstand nicht aus dem 
Auge verlieren, dass eine Menge von Urteilen, welche die 
Genussscheine den Aktien gleichsetzen, in Fragen fiskalischer 
Natur gefällt worden sind*). Der Genussschein hat, von 
diesem Gesichtspunkt aus betrachtet, starke Ähnlichkeit 
mit der Aktie, der schwankende Kurs, die Veränderlichkeit 
der Dividende etc., so dass sich die Urteile einigermassen 
verstehen lassen, da eine Versteuerung der Genussscheine 
nach den Ansätzen, die für die Aktie berechnet sind, als 
gerechter erscheint, als nach denjenigen für die Obligation * 2 3 ). 
Es wird diesen Entscheiden jeder doktrinelle Wert für das 
Zivilrecht abgesprochen. 
Die cours d’appel 8 ), die sich nicht mit fiskalischen 
Fragen beschäftigt, hat die Genussscheine den Obligationen 
an die Seite gestellt oder anerkannt, dass sie Forderungs 
rechte verbriefen 4 ). Die cour de cassation, der oberste 
Gerichtshof, hatte es bis in die letzte Zeit vermieden, die 
juristische Natur der Genussscheine in einem Urteile fest 
zulegen. Schliesslich hat sie, allerdings in einer Frage fis 
kalischer Natur, die Genussscheine mit den Genussaktien 
identifiziert 5 * * ). Gegen diesen Entscheid hat die Doktrin aufs 
*) Lecouturier, 1. c., Nrn. 59 und 362. 
2 ) Houpin, 1. c., Nr. 293 au point de vue de Pimpöt la part de 
fondateur ä raison de son caractere aleatoire et de la variabilite des 
revenus qu’elle produit se rapproche en effet davantage de l’action. 
3 ) Demenais, 1. c., 33. 
4 ) Cour de Paris, 8 juin 1901. Cour de Lyon, 12 novembre 1900, 
etc. Vgl. die Zusammenstellung bei Lecouturier, Traite Nr. 58 auch 
Dalloz. 
5 ) Chambre des Requetes, 16. Nov. 1904. Annales de droit com- 
mercial, 1905, 92 und 162. Dalloz 1 49. 
On soutient vainement que les porteurs de parts n’etant pas 
des actions ne constituant qu’un simple droit de cröance, ces parts 
echappaient ä l’impöt. En effet les seuls caracteres essentiels de
	        
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