,Die Herrschaft des Wortes“,
1x8
Gliedern. Gehören zum Beispiel nicht „Pferd“ und „Pferd“ ganz anders
zusammen, als etwa „Tausch“ und „Tausch“! Denn wo das Denken
schöpferisch für die Wirklichkeit erscheint (wie überall beim Handeln),
da hinkt das Besondere gerade im Wesen dem Allgemeinen nach:
das einzelne Glied der Gattung ist Glied der Gattung eben dadurch,
daß es aus dem Denken der Art vollzogen wurde. Und so gibt es
auch Arten, deren Glieder zwar nicht aus dem Denken der Art voll
zogen werden, die aber unser Denken auch wieder nicht nach einem
widerruflich vorgefaßten Schema zusammensucht: weil es sich gleichsam
selber fängt an ihnen, kraft der besonderen Artung ihrer Merkmale.
Und dies ohne voran gestelltes Schema, selbst ohne die Absicht einer
Verallgemeinerung. Für den Teil solcher Artgemeinschaften liefert
sich das erkennende Denken nur einem Erlebnis leidend aus.
Dafür nun hier das Beispiel. Denn eben in dieser Weise bringt
sich die Artgemeinschaft der Eingeborenen Fachausdrücke aus eigener
Kraft zur Geltung, und so drängen hier tatsächlich die Worte selber
zur Aufzählung. Wie unser Denken schon dem Gebrauch dieser
Worte machtlos ausgeliefert ist, so legt sich ihm, und aus den näm
lichen duldenden Erlebnissen heraus, auch ihre Aufzählung nahe. Also
nicht einmal den bloßen Worten gegenüber, mit Rücksicht auf ihr
Gebaren, kann hier von einem „Verallgemeinern“ die Rede sein, im
Sinne eines tätigen Eingriffs unseres Denkens. Geschweige, daß der
Aufzählung ein „Verallgemeinern“ von etwas unterläge, das in was
immer für einem Verhältnis zu bloßen Worten stehen mag, aber von
den letzteren doch zu sondern sein muß, indem man es „Begriffe“
nennt. In diesem grundwesentlichen Sinne verbietet sich die Ansicht,
daß jene Aufzählung durch ein Erkennen der „Grundbegriffe“ zustande
käme. Vor Eindrücken, die ihm förmlich in die Augen springen,
kann unser Denken unmöglich die Augen schließen, um dann erst
aus eigener Macht zu erkennen, was ihm gleichsam wider Willen schon
das Treiben der bloßen Worte zubringen mußte.
Nun bleibt die Sinnesmeinung zu erwägen, in der jene Auf
zählung vollzogen wird. Es ist ja im voraus klar, der Hinzutritt der
Bezeichnung „Grundbegriffe“ will nur irgendwie besagen, daß sich
unser Denken eine eigene Leistung vortäuscht, dort, wo es dem
Zwange aus einem bloßen Verhältnis der bloßen Worte heraus nach
gibt. Es hätte da überhaupt nur Ja und Amen zu sagen, nimmt aber
die aufdringlichen Worte nicht als Worte entgegen, sondern spricht
sie selbstgefällig als „Grundbegriffe“ anl Diesem frommen Selbst
betrug leistet übrigens der Sprachgebrauch Vorschub, und für diesen
letzten Punkt müßte ich auf jeden Fall noch Einiges hinzufügen. Das