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Il. Der Markt von Lübeck
eine frühere Zeit unbedenklich als Verkaufsstellen eines bestimmten Ge-
werbes ansprechen kann. Unter diesen Gesichtspunkten mögen hier die
Einzelbuden der Schuster betrachtet werden. Wenn sich auf der Karte
zwischen Block VIII und IX, und dann zwischen Block X und X1 Be-
zeichnungen finden wie: „parva platea sutrina“, „Parvus vicus, ubi sutores
resident‘“, so zeigt Tabelle V, wie berechtigt eine solche Benennung noch
um 1300 war.
Tabelle V,
Verteilung der bodae sutrinae um 1290—1300.
Block
‚I
IV
vI
VEN
‘X
XI
XV?7) (13160
Lage der Einzelbuden | Zahl
234 B, 235 A°%), 236 A—E
237 A—C, 238 A—C, 239 AB
240 A-—C, 241 AB
221A ;
220; 216 B—J a
250 DEF, 251 F-K
248 C—N
Kirchhofseite
9}
3
10
9
12
Gesamtzahl: | 71
A
Auch bei diesen Zahlen darf man nicht vergessen, daß es sich um einen
zufälligen Querschnitt innerhalb einer ständigen Veränderung handelt.
Daß etwa 60 Jahre später auch die Verteilung der Schusterwerkstätten sich
vollkommen verändert hatte, wird noch zu streifen sein; zunächst einige
Rückschlüsse auf die ursprünglichen Zustände.
Da kann kein Zweifel bestehen, daß einmal die gesamte Marktseite der
Blocks. II, IV und VI nur Schusterbuden aufwies, auch an den beiden
Flügeln, wo um 1290 234 A als „bodae transversales, in quibus morantur
corrigicidae‘®) begegnet, und die Buden 242 A—E verschiedenen Berufen
dienen. Jene Riemenschneider, die 1297 in 234 A hantieren, sind die ersten
auch hier eindringenden Riemenschneider, die bisher auf offenem Markte
ihre Waren feilhielten®); die von da an schnell sich durchsetzende Über-
wucherung der Blocks II, IV und VI mit Riemenschneidern kommt später
zur Darstellung. In 234 A sind jedenfalls ursprünglich auch Schuster zu
suchen; auch wird 234 B einmal aus zwei Schusterbuden bestanden haben,
so daß sich also in Block I die vermutlich ursprüngliche Zahl der Schuster-
buden von 8 auf 11 erhöhen dürfte. Andrerseits haben in Block VI 242
A—E früher auch einmal den sutores gedient; die Bezeichnung „cordu-
vanere’®) et institores‘“ von 1316 scheint noch daran zu erinnern. Damit
steigt in Block VI die Zahl der ursprünglichen Schusterbuden auch auf.11.
Nun sind aber Block I—V(I die ältesten Teile der Marktanlage schlechtweg: