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hobene Forderung, die Soziologie an unseren Universitäten einzubür-
gern, hat vor allem diese Art Synthese im Auge.
Einleitung.
4. Die naturwissenschaftliche Gesellschafts-
lehre, auch Sozialanthropologie, zum Teil auch Sozialbiologie und
Sozialhygiene genannt. Hier handelt es sich um die Anwendung der
Biologie auf den Menschen. Die Tatsachen der Auslese, der Vererbung,
der Milieubeeinflussung, die Wirkung epidemischer Krankheiten, der
Zusammenhang zwischen körperlichem und geistigem Gedeihen, der
Einfluß der Kultur auf die leibliche und geistige Gesundheit u. ä. stehen
im Mittelpunkt. Die Richtung hat teils beschreibenden, teils norma-
tiven Charakter. Im letgteren Falle handelt es sich um Fragen wie die,
ob die Auslese, der Kampf ums Dasein und speziell der Krieg wohltätig
sind, ob Volkskrankheiten immer zu bekämpfen sind, um den höchsten
Grad der Kräfteentwicklung im Einzelnen und seine Nugßbarmachung
für die Gesellschaft, um die Gefahren des Verfalles, der Entartung und
des Aussterbens ganzer Völker. Die Fragestellungen sind an sich natür-
lich gut und die Leistungen wertvoll, soweit sie sich vor der unzulässigen
Übertragung naturwissenschaftlicher Begriffe und Gedanken auf die
Welt des Geistes und der Kultur hüten.
5. Die Soziologie als Rassenlehre. Hier handelt es
sich um die bekannten Untersuchungen von Männern wie Gobineau,
Lapouge, Ammon, Woltmann, Chamberlain u. a. Gegen die einschlä-
gigen Arbeiten erhebt sich, von den Vorwürfen unzureichender Tat-
sachenkenntnis abgesehen, der logische Vorwurf, daß der Möglichkeit der
Erklärung aus dem ungleichen Milieu verschiedener Völker zu wenig
Rechnung getragen wird und der Begriff der „Anlagen“ zu wenig geklärt
ist. — Das Gegenstück dieser Richtung stellt die anthropogeographische
Richtung dar, die die Verschiedenheit der Kultur in erster Linie auf geo-
graphische Einflüsse zurückführen will, und zwar teils auf unmittelbare,
nämlich Eigentümlichkeiten des bewohnten Gebietes, teils auf mittelbare,
nämlich auf Verkehrsmöglichkeiten, auf nahe oder entfernte Lage gegen-
über anderen Kulturgebieten. Soweit die Richtung hinreichend kritisch
betrieben wird, bietet sie eine wertvolle Ergänzung der Rassenlehre und
der historischen Erkenntnis.
6. Die Soziologie als Lehre vom gesellschaftlichen und gei-
stigen Kulturbesitz eines Stammes. Dieser Sprachgebrauch ist
mehrfach in den Reisebeschreibungen der ethnographischen Literatur
zu finden. Den Gegensag zur Soziologie bildet dabei die Ergologie als
üblich. Den Gegensag zur Soziologie bildet dabei die Ergologie als
Lehre vom materiellen Kulturbesig des Stammes. Dieser Sprachgebrauch