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sein können, wenn sie auf gründlichen Lokaluntersuchungen fußt,
während eine unkritisch durchgeführte vergleichende Statistik wert-
los sein würde,
64. Im Zusammenhang hiermit können die gelegentlich im Vor-
hergehenden berührten Stichproben und KRepräsentativzählungen
(englisch: „sampling“) näher erwähnt werden. Entweder weil man
aus irgendeinem Grunde geradezu das Beobachtungsgebiet zu be-
grenzen wünscht, oder weil es in der Praxis undurchführbar oder
ganz unmöglich ist, die Beobachtungen auf das ganze Gebiet, wo
man überhaupt nur Beobachtungen der betreffenden Art machen
kann, auszudehnen, begrenzt man entweder die Bearbeitung nur auf
einen Teil des vorliegenden Materials oder sogar schon die Beob-
achtung auf einen Teil der Beobachtungsmöglichkeiten. Tatsächlich
handelt es sich immer um so etwas, wenn man auf Grund der
Erfahrungen in einer gewissen Gruppe (welche zeitlich, räumlich
oder auf andere Weise bestimmt sein kann) über den Verlauf eines
Vorgangs in einer anderen Gruppe Schlüsse ziehen oder Voraus-
berechnungen anstellen will, beispielsweise an anderer Stelle oder
zu anderer Zeit (speziell in der Zukunft). So berechnet eine Ver-
sicherungsgesellschaft auf Grund vorausgehender Erfahrungen Prä-
mien, die vielleicht für längere Zeit gelten sollen; zahlreiche andere
Beispiele bilden die Aufgaben, mit denen sich die Pfleger der poli-
tischen Arithmetik (s. im vorigen Kapitel) befaßten.
Auf Grund dessen, daß die Totalität, welche die betreffende
Untersuchung repräsentieren sollte, sich nie von solchen Gesichts-
punkten aus abgrenzen läßt, wird jetzt allerdings fast jegliche
Statistik in höherem oder geringerem Grade repräsentativ. Es ist
daher praktisch, den Begriff begrenzen zu können, beispielsweise so,
wie es das Internationale statistische Institut empfohlen hat, in
einer Weise, die sich gerade ebenfalls auf die Existenz einer wohl
abgegrenzten Totalität stützt !).
65. Zur Beleuchtung der Repräsentativzählung soll ein der
dänischen Erntestatistik entnommenes Beispiel angeführt werden.
Diese Statistik kommt so zustande, daß jährlich die kommunalen
Behörden gefragt werden, wieviel durchschnittlich von”den einzelnen
Kornsorten auf einer gegebenen Anbaufläche geerntet worden ist.
Im Jahre 1901 nun wurde eine Erhebung über die Bodenbenutzung
*) Vgl. hierüber Adolph Jensen, The representative method, Nordisk
statistisk Tidskrift, Bd. 4, Stockholm 1925, S. 481 f.; s. auch Bull. de ]’ Inst. intern.
de Stat., t. XXIII. 1. livr. Roma 1926.