Full text: Grundzüge der Theorie der Statistik

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fällt die jährliche Anzahl sehr erheblich. Während die Volkszahl 
in den drei Jahren 1907—1909 ungefähr konstant war, gestaltete 
sich die Anzahl eingegangener Ehen in dieser Zeit wie folgt: 23313, 
21799 und 21209, d. h. 22,5, 21,2 und 20,7 pro Mille der Bevölke- 
rung traten in den Stand der Ehe. 
Man kann also keineswegs die Anzahl der geschlossenen Ehen mit 
besonders großer Genauigkeit vorausberechnen. Sieht man jedoch 
auf die einzelnen Elemente der Zahlenreihen, so wird man häufig 
eine größere Gleichmäßigkeit entdecken. So z. B. bei der Betrach- 
tung der Altersgliederung der betreffenden Personen. In den drei 
genannten Jahren gelten folgende Promillen (da die Zahlen abge- 
kürzt sind, kann die Summe nicht überall genau 1000 sein): 
| Männer | Frauen 
1907 171908 1 500 
ınter 20 Jahren 
20—7 Jahre 
25— 
30—* 
35— 
40 — 
45—. 
50—t 
55—60 
50 Jahre u. darüber 
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Deutlich zeigt sich, daß diese Zahlen überhaupt eine größere 
Gleichmäßigkeit als die oben genannten Quotienten aufweisen. Man 
scheint also mit größerer Genauigkeit die Altersgliederung der 
Neuverheirateten als die absolute Anzahl gestifteter Ehen berechnen 
zu können. 
71. Auch bei einer Betrachtung der Scheidungen wird man 
oft, trotz großer Unregelmäßigkeit in den absoluten Zahlen, durch 
Spaltung der Beobachtungen eine recht erhebliche Regelmäßigkeit 
erzielen können. Die Ursachen, welche die großen Schwingungen 
von einem Jahr zum anderen verursachen, wirken mit ungefähr 
gleicher Kraft überall. Untenstehende Zahlen sind lehrreich, da 
die Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuches einen bedeutenden 
Niedergang in den Ehescheidungen bewirkte, während im Jahre 
1899, unmittelbar bevor die neue Ordnung in Kraft trat, eine un- 
gewöhnlich große Anzahl zu beobachten war: 
Westergaard und Nybolle, Theorie der Statistik, 2. Autl.
	        
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