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Wenn gemeinsame Ursachen sämtliche Bevölkerungsschichten
beeinflussen, kann man oft von den statistischen Beobachtungen für
ainzelne Jahre oder für einzelne Teile des Landes auf andere Gruppen
schließen, selbst wenn die beobachteten Zahlen nicht gerade als ty-
pisch bezeichnet werden können. Die Sterblichkeit nach Beruf läßt
sich z. B. oft durch die Statistik eines einzelnen Jahres beleuchten,
vorausgesetzt, daß man die Resultate nicht in genauer numerischer
Form angeben will. Hat man nach sorgfältiger Bearbeitung des
Materials und nach Isolierung der Ursachen ein Resultat für einen
Beruf in einem Lande gefunden, dann darf man oft davon ausgehen,
Jaß dieselben Ursachen in einem anderen Lande ein ähnliches Er-
gebnis bewirken werden. Hat es sich in einem Lande erwiesen, daß
Ehemänner eine geringere Selbstmordfrequenz haben als Witwer, so
wird sich dies Resultat in der Regel für andere Länder wiederholen.
Bisweilen kann man auch verwandte Gruppen betrachten.
Wenn ungünstige Verhältnisse in einem Jahre die Sterblichkeit
außerehelicher Kinder erhöhen, so wird man gewöhnlich auch größere
Sterblichkeit unter den ehelichen Kindern erwarten können.
Viele Resultate lassen sich, wie wir gesehen haben, vollständig
elementar feststellen. Daß uneheliche Kinder größere Sterblichkeit
haben als eheliche, daß Männer mehr zum Selbstmord neigen als
Frauen, sind Beispiele hierfür. Sie beruhen auf Tatsachen, die so
»ft wiederholt sind, daß man ganz unmittelbar von der Wahrheit
überzeugt wird.
7%. Es entsteht indessen nun die Frage, wie lange man die
ben geschilderte Aussonderung von Ursachen fortsetzen kann, ob
der Spielraum für Abweichungen vom Durchschnitt ständig kleiner
wird, wenn man das Material teilt, so daß also die Vorausberech-
nungen genauer werden, oder ob man zuletzt einen Punkt erreicht,
wo die Genauigkeit der Vorausberechnungen nicht erhöht werden
kann. Es gilt also zu untersuchen, ob die Regelmäßigkeit auch
zutage tritt, wenn man das Material sehr stark begrenzt, ob man
z. B. eine sehr detaillierte Teilung nach Berufsklassen vornehmen
kann, ohne sich dem auszusetzen, daß die individuellen Ursachen
zu guter Letzt eine dominierende Rolle spielen. Solange man keinen
Maßstab hat für den Spielraum dieser Ursachen, fehlt den Unter-
suchungen der Schlußstein. Man kann vielleicht einzelne an der
Oberfläche liegende Ursachen nachweisen, nicht aber die tiefer
liegenden; es besteht also die Gefahr, daß man das Material nicht
voll und ganz ausnutzen kann. Zur Auffindung eines solchen Maß-