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Da die einem gegebenen Prozentsatz von Gruppen entsprechenden
Koeffizienten in dieser Tabelle ziemlich gleich sind, scheint diese
Berechnung bekräftigen zu können,
1) daß der Spielraum, innerhalb dessen P Prozent der Gruppen
fallen, nur in den drei Beispielen von verschiedener Größe ist, weil
n, p und q nicht in allen Beispielen gleichen Wert haben,
2) daß die betrachteten Spielräume dem Werte Ynpq proportional
sind, der in jedem der drei Beispiele seinen speziellen Wert an-
nimmt, und
3) daß die Spielräume zahlenmäßig stets die gleichen bleiben
werden, wenn man, anstatt ihre Größe in absolutem Maß (Anzahl
von Kugeln, Anzahl von Ziffern mit Gewinn usw.) anzugeben, diese
mit der Größe Ynpq als Einheit (d. h. die absolute Größe der Spiel-
räume im Verhältnis zur Größe Ynpq) bezeichnet.
Die Größe Ynpq müßte daher eigentlich z. B. mit dem Aus-
druck: Einheit für Abweichungen, Fehlereinheit oder ähnlich be-
zeichnet werden. Es würde jedoch unpraktisch sein, einen neuen
Namen einzuführen, da lange schon so gut wie sämtliche Autoren
den Ausdruck „mittlerer Fehler“ oder „mittlere Abweichung“ benutzt
haben, der daher auch im folgenden angewandt werden wird, wenn
er auch keineswegs bezeichnend ist; man muß sich z. B. davor hüten,
den mittleren Fehler als einen Durchschnitt der numerischen Größe
der Abweichungen anzusehen.
Insofern bei näherer Untersuchung dargetan werden kann, daß
Jieses Resultat jedenfalls in der Praxis eine ausreichend gute An-
näherung ergibt, scheinen die Abweichungen also, welche bei mehr-
maliger Wiederholung eines Versuches entstehen können, von einem
gewissen „Gesetz“ beherrscht zu sein. Kann man nicht in der ein-
zelnen Versuchsreihe genau vorhersagen, wie das Ergebnis werden
wird, so scheint es doch andererseits im Bereich der Möglichkeiten
zu liegen, teils ein gemeinschaftliches Resultat zu berechnen, um
welches die Einzelresultate einer größeren Anzahl Versuchsreihen
schwingen werden, teils zu berechnen, ein wie großer Teil der in
diesen Versuchsreihen entstehenden Abweichungen kleiner als eine
willkürlich gewählte, im voraus gegebene Größe wird. Da Yn
langsamer als n wächst, geht aus der Art und Weise, in welcher
eine solche Berechnung vorzunehmen ist, hervor, daß die Ab-
weichungen, obgleich sie absolut genommen mit der Zahl der Ver-
suche in jeder Versuchsreihe wachsen, relativ kleiner und kleiner