Full text : Die Volkswirthschaftslehre

§  49.  Natur.

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abweichender  Art  und  Reichlichkeit  dar,  sondern  sind  auch  in  jenen
nicht  gleichmäßig  leicht  habhaft  zu  werden.  So  ist  z.  B.  der
Fischfang  sowohl  je  tiach  den  zu  fangenden  Fischen  als  den  zu
befischenden  Wässern  ungleich  schwierig  und  ergiebig.  Reichen
Fischgrnnd  haben  zumal  die  Küsten,  Meerengen.  Meerbusen,  Untiefen ­
  und  Sandbänke,  die  Flußmündungen,  Verengungen,  Verbreiterungen ­
  und  Verflachungen  der  Flüsse,  wogegen  den  Fischen
in  offener  See  und  deren  größeren  Tiefen  mindestens  tveit  weniger
gut  beizukommen  ist.
Flüsse  und  Ströme  wirken  ztvar  in  der  Richtung  ihrer  Breite
trennend,  bilden  aber,  falls  sie  schiffbar  sind,  der  Längenrichtnng
nach  die  natürlichen  Verkehrsadern  des  Binnenlandes  und  erleichtern ­
  insbesondere  die  Verfrachtung  voluminöser  Güter.  Ihre
Schiffbarkeit  hängt  dabei  von  der  Regelmäßigkeit  des  Flnßlaufes,
Tiefe,  Breite  und  Schlängelung  des  Flußbettes,  von  der  wechselnden ­
  Höhe  des  Wasserstandes,  von  der  Wasscrströmnng  und  deren
Einfluß  alls  die  Thal-  und  Bergfahrt,  von  der  Art  der  Einund ­
  Ausmündung  re.  ab.  Wasserkraft  hat,  zumal  bei  aushaltendem ­
  Wasserzufluß,  vor  der  Windkraft  den  Vorzug  besserer  Gleichmäßigkeit ­
  und  Stetigkeit,  vor  der  Dampfkraft  hingegen,  insofern
nicht  die  Ansammlung  und  Zuleitung  des  Wassers  sehr  bedeutende ­
  lind  deshalb  kostspielige  Anlagen  erfordert,  den  weit  größerer
Billigkeit  voraus.
Alle  diese  Naturverhältnisse  werden  also  gemeinschaftlich
entscheidend  für  die  Besiedelnngsfähigkeit  eines  Landes  und
die  sich  daselbst  für  Menschen  findenden  Existenzbedingungen;
beeinflussett  außerdenr  sowohl  Art  und  Ausdehnung  der
menschlichen  Bedürfnisse  selbst,  als  die  größere  oder  geringere
Leichtigkeit,  mit  welcher  letztere  zu  befriedigen  sind;  wirten
übrigens  aber  auch  mittelbar  auf  die  Eigenartigkeit  der  Betn ­
  ohner,  nameiltlich  deren  Körperzustände  imt>  Sinnesweise,
und  somit  zugleich  alls  deren  wirtschaftliche  Thatkraft  uub
Strebsamkeit  zurück.
Eine  Ocrtlichkeit  erscheint  an  sich  als  um  so  besiedelnngssähiger,
  je  zugänglicher  und  wegsamer  sie  ist,  und  je  ausgiebiger
innerhalb  derselben  sonstige  natürliche  Vorbedingungen  für  das
Dasein  voll  Menscheil  vorhanden  sind.
            
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