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tabelle ausreichen, wenn r=0, dann kann man ebenfalls schließen,
daß x und y unkorreliert sind (vgl. $ 142); in anderen Fällen muß
entweder eine normale Korrelation vorausgesetzt werden, oder es muß
mehr gegeben sein, falls man die Korrelation kennen soll.
146. Auf diese Verhältnisse wie auf eine weitere Beschreibung
der Lehre über die Korrelation für zwei oder mehr Größen dürfte
es hier nicht notwendig sein einzugehen. Überhaupt sind bei der
Korrelationstheorie keine Prinzipien eingeführt worden, die nicht im
voraus die Grundlage der Wahrscheinlichkeitsrechnung bildeten.
Wenn sich zwei Größen x und y nach genügend umfangreichen Er-
fahrungen als korreliert erweisen, wird dieses Verhältnis im all-
gemeinen darauf deuten, daß unter den Ursachen, welche den Aus-
fall der einzelnen Beobachtungen beeinflussen, ein größerer oder
kleinerer Teil sein wird, welcher beiden Beobachtungsreihen gemein
ist.. Die Möglichkeit, die Art dieser Ursachen feststellen zu können,
gestaltet sich bei Korrelationsuntersuchungen im wesentlichen so wie
bei anderen Untersuchungsformen. Oft wird man nicht im Zweifel
sein; aber mitunter kann man es höchstens wahrscheinlich machen;
daß gewisse unbekannte Ursachen zur Erzielung der gefundenen
Resultate mitwirken müssen.
Eine große Menge von Aufgaben kann oder muß außerdem be-
handelt werden, ohne daß anscheinend direkt von der Lehre der
Korrelation Gebrauch gemacht wird. Speziell sei bemerkt, daß der
Korrelationskoeffizient, wie erwähnt, nur ausnahmsweise die Kor-
relation zwischen zwei Größen vollständig beschreiben kann, und es
wird dann oft leichter oder sogar besser sein, sich zur Korrelations-
tabelle selber zu halten und durch die Mittel, welche zu dem Zweck
beschafft werden können, direkt zu untersuchen, wie sich Z. B. die
bedingten Verteilungsgesetze, welche durch die Reihen und Kolonnen
der Korrelationstabelle hergestellt werden, verändern, wenn ent-
weder x; oder y; sich verändern. Dies bleibt sogar der einzig mög-
liche Weg, wenn z.B. die eine der Eigenschaften oder das eine der
Kennzeichen, für welche x und y Ausdrücke sind, überhaupt
nicht zahlenmäßig ausgedrückt werden können. Teilt
man z.B. die im Laufe von fünf Jahren verheirateten Frauen (außer
nach dem Alter bei der Trauung) nach dem Zivilstand des Bräutigams
vor der Trauung statt nach dem Alter des Bräutigams im Augen-
blick der Trauung, dann wird die Wahrscheinlichkeit, daß die Braut
ein gegebenes Alter y hat, (ebenso wie früher vom Alter des
Bräutigams) jetzt davon abhängig Sein, ob der Bräutigam „bisher