Aufwendungen aufzufassen, sollen aber auch einen Anreiz zu erhöhter
Handelstätigkeit und damit Sammeltätigkeit gewähren.
Die Höhe des Schrottpreises wird durch die Zahlungsbedingungen
wesentlich beeinflußt. Im Schrottgeschäft gelten als Zahlungstermine im
Verkehr zwischen der eisenerzeugenden Industrie und den Einkaufsorga-
2ieationen bzw. dem selbständigen Handel der 15. bis 20. des der Liefe-
rung folgenden Monats oder nach Lieferungseingang. Nach Aussagen
der Vertreter des Handels sind 80 °/ des Schrotthandels in die Notwen-
digkeit versetzt, den Einkauf durch eigene Mittel zu finanzieren, ehe von
den Werken Zahlung erfolgt. Die Bedingungen haben grundsätzlich
auch für den Verkehr zwischen den Einkaufsorganisationen und Vertrags-
firmen einerseits, dem freien Handel andererseits Geltung. Der soge-
nannte freie Schrotthandel gibt jedoch an, daß die Zahlungsbedingungen
zwischen Einkaufsorganisationen oder Vertragsfirmen und den großen
schrotterzeugenden Werken abweichend hiervon so gehandhabt werden,
daß Teilzahlung bei Abschluß, der Rest der Zahlung nach Lieferung
arfolgt.
Bei der Beurteilung des deutschen Schrottmarktes müssen die be-
stehenden Verhältnisse im Außenhandel am Schrott berücksichtigt
werden, da sie mit den bereits dargestellten organisatorischen Maß-
nahmen der am Schrottmarkt beteiligten Kreise zusammenwirken. “
Der deutsche Außenhandel in Schrott in den Nachkriegsjahren hat
folgendermaßen gestaltet:
[ahr
Einfuhr
/ Ausfuhr
Ausfuhrüberschuß (+)
Kinfuhrüberschuß (-)
in *
1912
1913
1925
1926
1927
24.0 700
209 700
214 600
175 500
501 8300
160 000
193 500
285 800
446 900
208 100
80 700
16 200
+ 71200
+271 400
„2398 200
Die Sehrotteinfuhr in den letzten Jahren hat also gegenüber der
Vorkriegszeit einen erheblichen Rückgang, die Schrottausfuhr eine
Steigerung auf das Dreifache im Vergleich zum Jahre 1912 zu ver-
zeichnen. Die Schrotteinfuhr in der Vorkriegszeit fand aus Holland,
Belgien, Luxemburg, Frankreich und Schweden, in geringem Maße aus
österreich-Ungarn und Rußland statt. Die Schrottausfuhr dagegen
richtete sich früher hauptsächlich nach Österreich-Ungarn, Italien.
Schweden, der Schweiz, Belgien und England.
In der Nachkriegszeit sind die Hauptbezieher deutschen Schrotts
Polnisch-Oberschlesien, Italien und Tschechoslowakei. Die tschechischen
Werke haben einen Durchschnittsverbrauch von etwa 250 000 t Schrott
im Jahre, den sie im eigenen Lande nicht aufbringen können. Der Ein-
fuhrüberschuß der Tschechoslowakei an Eisen- und Stahlschrott stellte
sich folgendermaßen: