Full text: Die Rohstoffversorgung der deutschen eisenerzeugenden Industrie

verständigen gemachten Angaben über das Preisverhältnis von Schrott 
und Stabeisen zu verschiedenen Zeitpunkten. 
[In der Nachkriegszeit haben eich die Preisunterschiede zwischen 
den wichtigsten Schrottsorten, die sowohl als Folge von Angebot und 
Nachfrage wie mit Rücksicht auf die technische Verwendbarkeit der 
einzelnen Sorten schwanken, erhalten, aber ebensowenig wie in der Vor- 
kriegszeit sind bestimmte Preisspannen festzustellen. Beim Vergleich 
der deutschen Schrottpreise mit den ausländischen fällt zunächst der 
niedrige französische Schrottpreis auf. Auch dort wirkt der billige 
Roheisenpreis mitbestimmend auf den Preis für Schrott. In der Nach- 
kriegszeit haben nach den eingereichten Gutachten die englischen 
Schrottpreise meist über den deutschen Preisen gestanden. 
Auf die Menge des Anfalls, insbesondere auf die Sammeltätigkeit, 
üben die Preise am Orte des Anfalls einen außerordentlich starken Ein- 
fAuß aus; sie allein bestimmen die Erlöse des Schrottveräußerers und des 
Sammelhandele. Für die Höhe dieses Preises sind die Frachtkosten von 
ausschlaggebender Bedeutung, die gegenüber der Vorkriegszeit erheb- 
liche Veränderungen erfahren haben. 
Vor dem Kriege wurde Schrott nach dem Spezialtarif III gefahren. 
Seit dem 1. Dezember 1920 fällt Eisen- und Stahlschrott unter die 
Klasse E der Gütereinteilung des deutschen Normaltarifs, die dem 
Spezialtarif III entspricht (Angabe der Reichsbahn). Die Frachtsätze 
der Hauptklasse stellen sich wie folgt: 
Entfernung 
Km 
25 
50 
75 
L00 
2300 
300 
400 
300 
1918 
Pf. je 100 kg 
13 
9 
»9 
24 
56 
3 
100 
1292 
Im Juli | Ab 1. Aug. 
1927 1927 
mit | ohne | mit ohne 
Beförde- | Belörde- 
rungssteuer | rungssteuer 
Rpf. je 100 kr 
21 20 | 
31 29 
40 37T 
49 46 
83 78 
112 5 
| 138 | 129 
160 | 150 
19 
29 
38 
6Q 
13 
57 
36 
45 
S 
; 
129 | 
150 
160 | 
Erhöhung gegenüber 
{9138 ab 1. August 1927 
mit an ohne 
Beförderungssteuer 
in % 
46 
.n 
39 
An 
/ 
44 5 
38 | 29 
31 93 
Für bestimmte alte eiserne Blechwaren und Gebrauchsgegenstände 
(sogenanntes Schmelzeisen) besteht wie in der Vorkriegszeit der Aus- 
nahmetarif 7 für Sendungen von mindestens 15000 kg. Für die 
gleichen Güter, soweit sie emailliert, verzinkt oder verzinnt und nicht 
paketiert an von der Eisenbahn anerkannte Entemaillierungs-, Entzin- 
kungs- und Entzinnungsanstalten versandt werden, tritt der Ausnahme- 
tarıf 7 schon bei Aufgabe von mindestens 10000 kg in Kraft, Die 
Frachtsätze des Ausnahmetarifs 7 betragen:
	        
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