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214. Da jede Interpolationskurve infolge ihrer Natur nur mit
einer gewissen Annäherung die der betrachteten Funktion ent-
sprechende Kurve ersetzen kann, so muß man sich natürlich darüber
Klarheit zu verschaffen suchen, wie groß die erzielte Annäherung ist.
[n obigem Beispiel haben wir, um nicht mehrere Probleme mit-
einander zu vermischen, mittels Interpolation Werte berechnet, die
im voraus bekannt waren, so daß man gleich die nötige Kontrolle
zur Hand hatte; da man bei einer Interpolation gerade Funktions-
werte sucht, welche nicht bekannt sind, so muß man in anderer
Weise in praxi einen Ausdruck für die erzielte Präzision finden.
Wie sich diese Frage untersuchen läßt, das ist indes in wesent-
lichem Grade davon abhängig, was man — außer den gegebenen
Funktionswerten — von dem Zusammenhang (der Abhängigkeit),
von der die Rede ist, weiß. So sind z. B. in dem oben betrachteten
Beispiel nicht allein die vier Punkte gegeben, sondern gleichzeitig
ist bekannt, daß die Abhängigkeit, um die es sich handelt, die wohl-
definierte und wohlbekannte Logarithmenfunktion ist. In Fällen
dieser Art wird die Frage über die erzielte Präzision ein rein
mathematisches Problem. Da wir uns im folgenden im wesentlichen
mit Fällen beschäftigen werden, wo eine solche wohldefinierte
Kenntnis der Natur des betrachteten Zusammenhangs im allge-
meinen nicht vorliegt, so wollen wir hier nicht weiter auf die-
jenigen Methoden eingehen, mittels deren man sich, wenn es sich
um Interpolation zu Funktionswerten von! einem. auf mathe-
matischem Wege bestimmten Zusammenhang handelt, Ausdruck für
die Genauigkeit!) verschaffen kann. Jedoch sei folgendes bemerkt:
Wenn die betrachtete Abhängigkeit auf rein mathematische Weise
bestimmt ist und daher in ganz besonderem Grade jegliche Inter-
polation mit zugehörender Untersuchung der erzielten Genauigkeit
überflüssig macht, dann kann man fragen, ob es dann nicht besser
wäre, sich die gesuchten Zahlen auf dem Wege zu beschaffen, den
die Bestimmung der betreffenden Abhängigkeit angibt; aber hier ist
zu erinnern, daß, abgesehen von den Abhängigkeiten, welche hier so
ainfach sind, daß eine Interpolationsformel kein einfacheres Mittel
zur Berechnung geben kann, es sich in der Regel um Größen handeln
wird, die sich entweder nur mit Hilfe vieler Dezimalen genau
ausdrücken lassen, oder um Größen, welche wie Vx, log x usw. im
allgemeinen irrationell sind und sich überhaupt nicht mit voll-
A
Siehe hierüber z.B. J. F. Steffensen, Interpolation. Baltimore 1927.