Full text: Grundzüge der Theorie der Statistik

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829. In welchem Grade ein solches Polynomium imstande ist, 
an die Stelle des wirklichen Verlaufes der betrachteten Funktion 
zu treten, ist indes, wie oben erwähnt, eine Frage, die besonders 
zu untersuchen ist. Es folgt aus dem Vorhergehenden, daß man, um 
die Newtonsche Interpolationsformel auf beobachtete 
Zahlen anwenden zu können, voraussetzen muß, daß der betrachtete 
Zusammenhang so beschaffen ist, daß man bei fortgesetzter Berechnung 
dividierter Differenzen 1., 2., 3. usw. Ordnung auf irgend einem 
Punkte Differenzen erhalten wird, die jedenfalls mit einer gewissen 
Annäherung konstant sind. Für die auf mathematischem Wege de- 
finierten Funktionen (beispielsweise Vx, log x, das Exponential- 
gesetz usw.) erzielt man dies in der Regel um so besser, je kleiner 
die Intervalle sind, über die sich die Interpolation erstreckt, und 
man gelangt zu einem ganz ähnlichen Resultat hinsichtlich der 
Interpolation an beobachteten Zahlen, wenn man den zwischen diesen 
bestehenden Zusammenhang als eine Abhängigkeit mit ähnlichen 
Eigenschaften wie denen einer wohldefinierten Funktion betrachtet. 
Bloß ist zu erinnern, daß man im allgemeinen nicht, wenn es sich 
um beobachtete Zahlen. handelt, in demselben Grade wie bei rein 
mathematischen Problemen darüber Herr ist, wie kleine Intervalle 
man benutzen will. 
Weiter unten gehen wir auf diejenigen Interpolationsmethoden 
ein, die man sich angewandt denken kann, wenn es sich um Inter- 
polation über weitere Strecken handelt. An dieser Stelle seien einige 
Beispiele über die Anwendung der Newtonschen Formel auf beob- 
achtete Zahlen gegeben. 
Wir entnehmen der deutschen Sterbetafel für die Jahre 1891 
bis 19001 folgenden Auszug über die mittlere Lebensdauer für 
Frauen verschiedener Altersklassen: 
Alter Mittlere Lebensdauer 
X 
45 Jahre 24,87 Jahre 
50 20,58 
55 16°) 
60 . 
RE 
LUD 
5 
90 
* 
VAR Yz 
Wenn man mit den hier angeführten Werten von y für x = 
60, 70 und 75 Jahre als Ausgangspunkt durch Interpolation die 
mittlere Lebensdauer für 65-jährige bestimmen will, so erhält man 
1) Deutsche Sterbetafeln für das Jahrzehnt 1891—1900, St. d. d. R. Bd. 200, 
Berlin 1910, S. 6.
	        
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