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Mann, Frau, verheiratet, unverheiratet oder ehemals verheiratet,
Personen eines gewissen Alters oder eines gewissen Berufes, Per-
sonen, welche lebensversichert sind usw. Da nun der Bestand an
[ndividuen, welcher sich zu einem gegebenen Zeitpunkt vorfindet,
im allgemeinen mit der Zeit Veränderungen hinsichtlich der Größe
und Zusammensetzung dadurch unterworfen ist, daß Individuen aus
der Bevölkerung ausscheiden („austreten“) oder daß neue hinzutreten
‚„eintreten“), so ist eine der wichtigsten Aufgaben der Bevölkerungs-
statistik die, zu untersuchen und zu beschreiben, worin diese Ver-
änderungen bestehen, in welcher Weise sie voneinander ab-
hängen und wie schnell sie verlaufen („statistische Be-
wegungslehre“). Die Einteilungen der „Bevölkerung“, zu denen
man hierbei veranlaßt werden kann, können je nach der Art der
Bevölkerung höchst verschieden sein; aber welche Bevölkerung man
nun auch betrachtet, allen ist dies gemein, daß Individuen eintreten,
eine gewisse Zeit in der Bevölkerung verbleiben und danach aus-
scheiden, so daß eine große Menge von Aufgaben von anscheinend
höchst verschiedener Art Betrachtungen unterzogen werden können,
lie sich zuguterletzt als genau dieselben erweisen.
2S4. Betrachten wir bis auf weiteres als das Nächstliegende
die menschliche Bevölkerung eines ganzen Landes (Staates), dann
ist der Zu- und Abgang durch die Zahl der Geburten und Sterbe-
fälle, sowie durch das Ausmaß der Wanderungen über die Landes-
zrenzen bestimmt. Wenn die Volkszahl zu Anfang und Schluß
irgend einer Periode jeweils F, und F} ist und in derselben Periode
F Geburten und d Sterbefälle eintreffen, ferner £ Personen ein-
und w% Personen auswandern, dann ist
Fn— Fa= ff — d—+i -— u
Die Differenz f— d heißt Geburtenüberschuß (natürlicher
Bevölkerungszuwachs) und die Differenz i— u Wanderungs-
überschuß; beide Differenzen können natürlich jede für sich
negativ werden. Sehr oft wird die Größe des Geburtenüberschusses
im wesentlichen dafür entscheidend sein, wie schnell die Volkszahl
wächst; aber die Ein- und Auswanderung kann im übrigen mit sich
führen, daß sich die Volkszahl in verschiedenen Ländern in ganz
verschiedener Weise verändert, wie es z. B. aus folgenden an-
aähernden Zahlen (in Tausenden) für die Bevölkerungen Dänemarks.
Frankreichs und Irlands hervorgeht.