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anscheinend sich widersprechenden Resultate wären nicht entstanden,
wenn entweder die Sterblichkeit auf allen Altersstufen dieselbe ge-
wesen wäre oder die zwei Bevölkerungsgruppen sich analog nach dem
Alter zusammengesetzt hätten; keine dieser Bedingungen ist jedoch
erfüllt; für beide Gruppen nimmt die Sterblichkeit mit dem Alter
zu, und die Gruppen sind in sehr verschiedener Weise nach dem
Alter zusammengesetzt, wie beispielsweise folgende Übersicht zeigt:
Gruppe G Gruppe E
Unter 35 Jahren ... 17 Proz. 36 Proz.
Uber 55 » ...36 17
Da die Sterblichkeit mit dem Alter wächst, so ist der für jede
der Gruppen G und E gefundene zahlenmäßige Ausdruck für ß nicht
nur von der Sterblichkeit auf den einzelnen Altersstufen der Gruppen,
sondern auch von deren verschiedener Altersgliederung abhängig.
In einem folgenden Kapitel kehren wir in größerer Allgemeinheit
zu der Frage, in welcher Weise sich die Wirkung der verschiedenen
Altersgliederung eliminieren läßt, zurück. An dieser Stelle be-
schränken wir uns auf die Bemerkung, daß ein Unterschied zwischen
den summarischen Sterblichkeitsquotienten für zwei oder mehrere
Gruppen nach obigem ebensowohl Ausdruck für eine verschiedene
Altersgliederung wie für eine verschiedene Sterblichkeit sein kann,
ınd daß man daher im allgemeinen nicht dessen sicher sein kann,
laß die Sterblichkeit in einer Bevölkerung oder Bevölkerungsgruppe
zatsächlich kleiner ist als in einer anderen, selbst wenn erstere den
zleinsten Sterblichkeitsquotienten hat.
288. Wir setzten bisher voraus, daß man von den für die einzelnen
Altersklassen berechneten Sterblichkeitsquotienten einen Rückschluß
larauf ziehen konnte, daß die Sterblichkeit auf sämtlichen benutzten
Altersstufen in der Gruppe J größer als in der Gruppe G sei. Indes erst
eine nähere Untersuchung kann zeigen, ob die für die einzelnen 10-
‚ährigen Altersklassen berechneten Sterblichkeitsquotienten nicht eben-
sowohl als summarisch wie die für sämtliche Alter berechneten zu be-
irachten sind. Teilte man z. B. die in der Altersgruppe 45 bis 55 Jahre
zusammengefaßten Personen in 1-jährige Altersgruppen, dann besteht
prinzipiell die Möglichkeit, daß diese Altersklassen eine Reihe wachsen-
ler Sterblichkeitsquotienten aufweisen könnten, die in Gruppe !E
kleiner als in Gruppe G wären, und daß die Ursache dafür, daß der
für die ganze 10-jährige Altersgruppe berechnete Sterblichkeits-
juotient für die Gruppe G am kleinsten ist, wie früher in einer ver-
schiedenen Altersgliederung innerhalb der 10-jährigen Altersklasse