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groß und gleich 9 sein müssen, so bekommt man also auch
U = 6
A
ee
In einer stationären Bevölkerung ist der summa-
rische Sterblichkeitsquotient also gleich dem rezi-
oroken Wert der mittleren Lebensdauer.
300. Aus den hier entwickelten Sätzen über die stationäre
Bevölkerung geht hervor, daß, wenn sich die zu einem gegebenen
Zeitpunkt herrschenden Sterblichkeitsverhältnisse in einer Bevölkerung
hinlänglich lange unverändert hielten und ihre Wirkungen nicht
durch Schwankungen in der Geburtenmenge noch durch Wanderungen
gestört würden, die Altersgliederung mit der Zeit eine absolut feste
Form annehmen würde, die unmittelbar mit der Überlebenskurve,
welche die Abhängigkeit der betrachteten Sterblichkeit vom Alter
beschreibt, gegeben ist. Die Überlebenskurve kann daher
auch als die Altersgliederung der den gegebenen Sterb-
lichkeitsverhältnissen entsprechenden stationären
Bevölkerung bezeichnet werden.
Ursprünglich hat Halley den Zusammenhang zwischen Alters-
und Sterblichkeitsverhältnissen der stationären Bevölkerung ange-
geben; er benutzte diesen (vgl. $ 23 f) zur Berechnung der Volks-
zahl Breslaus auf Grund des in den Sterbelisten dieser Stadt für
die Jahre 1687 bis 1691 über das Todesalter enthaltenden Materials,
Wie im II. Kapitel näher erwähnt, lag es dem Gedankengang und
den Möglichkeiten damaliger Zeit fern, sich diese Zahl durch
das, was wir jetzt als Volkszählung bezeichnen, zu beschaffen.
Nicht nur‘ die Größe der Volkszahl, sondern die Form der Über-
lebenskurve überhaupt interessierte; so berechnete z. B. Süßmilch
(vgl. 8 32) in ähnlicher Weise wie Halley, im wesentlichen unter
Benutzung der Verteilung der Sterbefälle nach Todesalter, seine be-
rühmte „große Sterbetafel“ ; er holte sich das notwendige Beobachtungs-
material von so verschiedenen Stellen wie 31 brandenburgischen
Dörfern, Wargentins schwedischer Sterblichkeitsstatistik (vgl. $ 30)
und von Beobachtungen über Todesalter in zwei kleineren und 5
größeren Städten (worunter Wien, Berlin und Paris) !). Das Ver-
trauen darauf, daß eine Vermischung der Beobachtungen aus Ver-
schiedenen Gegenden das Resultat verbessern würde, hängt mit der
1) Göttliche Ordnung, a. a. O. 4. Ausg., Berlin 1775, IL. Teil 8. 319,