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lich für seine Pfarre eine Zusammenstellung der Trauungen, Ge-
burten und Todesfälle sowie die Feststellung der Gesamtbevölkerung
vornehmen. Die Ausarbeitung einer Generaltabelle ward einem
Komitee anvertraut, zu dessen Mitgliedern namentlich der Astronom
Per Wargentin (1717—1783) zählte; einige Jahre später ward
eine permanente Tabellenkommission gebildet. Deren Berichte wurden
geheim gehalten, die Bearbeitungsergebnisse jedoch in den Schriften
der Akademie abgedruckt‘).
Es war ein recht kompliziertes System von Fragebogen, die
von den Pastoren auszufüllen waren. Für jeden Kalendermonat
sollten Aufzeichnungen erfolgen über Taufen ehelicher wie unehe-
licher Kinder, nach Geschlecht getrennt, über Trauungen und Zahl
der durch den Tod eines der Gatten aufgelösten Ehen, über Todes-
fälle unter Teilung nach Geschlecht für Kinder unter 10 Jahren,
im übrigen mit Sonderung zwischen Verheirateten und Unver-
heirateten; ferner wurden Mitteilungen über Totgeburten und Viel-
geburten verlangt. Ein Schema gab die Verteilung der Verstorbenen
nach Alter, Geschlecht und Todesursache. Von einem modernen
Standpunkte aus war die Nomenklatur freilich mangelhaft, aber die
gewonnenen Ergebnisse haben natürlich bedeutendes historisches
Interesse. Nach dem ersten Bericht (1749) entfallen 12 Proz. sämt-
licher Todesfälle auf Pocken und Masern, 6 auf Scharlach, 5 auf
Keuchhusten; das sind Zahlen, die unsere heutigen vielfach übersteigen.
Außer der Beschaffung des Materials sollte die Einwohnerzahl
(hierbei Sonderung nach Alter, Geschlecht, Zivilstand, Rang und
Erwerb) und die Anzahl von Haushaltungen usw. festgestellt werden.
In den Städten fiel ein Teil der mit der Führung der Bevöl-
kerungslisten verbundenen Arbeit dem Magistrat zu, in der Haupt-
sache aber trugen die Pastoren die Bürde. Sie beklagten sich denn
auch bitterlich über die große Arbeit, erhielten jedoch als einzige
Erleichterung nur die, daß die Bevölkerungslisten nur alle 3 Jahre
‘später alle 5 Jahre) abzuschließen seien.
Nach Elvius’ frühem Tode im Jahre 1749 ward Wargentin
Sekretär der Akademie der Wissenschaften und nahm einige Jahre
rege an der Bearbeitung des statistischen Materials teil. Von seinen
Arbeiten möge eine Abhandlung aus dem Jahre 1766 mit Sterbe-
tafeln für die 9 Jahre 1755—1763 erwähnt werden. Er gibt z. B.
?) August Hjelt, De första officiela relationerna om svenska tabellverket
ären 1749—1757, Helsingfors 1899.