Full text: Grundzüge der Theorie der Statistik

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Gesamtbestandes in Personen, die noch nie krank waren, in solche, 
welche bereits einmal krank gewesen sind usw. 
Zu den Fragen, zu denen die Kranken- und Invaliditätsstatistik 
Veranlassung gibt, gehören auch Untersuchungen über den Umfang, 
in dem Krankheit Invalidität verursacht, hierunter ganz besonders 
die Frage über den Einfluß der Sanatorienbehandlung auf die Inva- 
liditätsintensität der Tuberkulose. Das beste Mittel zur Beleuchtung 
dieser Frage dürfte eine individuelle Untersuchung sämtlicher jetziger 
und bisheriger Sanatorienpatienten sein. Für diejenigen, welche die 
Sanatorien verlassen haben, kann man z. B. den Gesundheitszustand 
im 1, 2., 3. usw. Jahre nach der Gesundschreibung untersuchen, 
also das „Alter“ vom Abschluß der Sanatorienbehandlung an rechnen 
und sich die Anzahl derer vornehmen, welche in dieser Art von 
Altersklassen sterben, aufs neue aufgenommen oder als solche be- 
irachtet werden, die ihre Arbeitskraft ganz oder teilweise wieder- 
gewonnen haben. Auch hier wird das Resultat eine Überlebenstafel, 
die sich in mehrere Abteilungen gliedert und zeigt, ob eine Aus- 
scheidung von voll Arbeitsfähigen usw. vor sich geht. Eine Gliede- 
rung nach dem Alter, von der Geburt an gerechnet, wird dagegen 
hier selten notwendig sein, da die Sterblichkeit unter Tuberkulösen 
überhaupt so viel größer als die in der gesunden Bevölkerung ist, 
so daß der Einfluß des wirklichen Alters hier in der Reihe von 
Ursachen in den Hintergrund tritt. Etwas Ähnliches kann übrigens 
bei der Untersuchung der Sterblichkeit unter Pensionisten beobachtet 
werden, da die erste Zeit nach der Entlassung sich wesentlich anders 
als die Folgezeit gestalten kann 1). 
Ganz analog der Krankenstatistik, welche die Grundlage für 
lie Krankenversicherung bilden muß, ist endlich die Arbeits- 
(osenstatistik, welche in dem Maße, wie man die Versicherung 
gegen Arbeitslosigkeit rationell zu gestalten sucht, für die Bestim- 
mung der Größe der diesbezüglichen Prämien Bedeutung erlangt. 
326. Weiter noch sei erwähnt, daß sich die bei der Aufstellung 
einer Sterbetafel angewandten Methoden benutzen lassen, wenn man 
die bereits im $ 203 berührte „Rückfallstatistik für Ver- 
brecheranfänger“ behandelt und nun außer den Rückfällen, welche 
im „ersten Jahre“ eintreffen (d. h. im selben Jahre, wo die erste 
') H. Westergaard, Der Kampf gegen die Tuberkulose. (Ass, Jahrbuch 
XXX, Wien 1909.) Derselbe, Die Sterblichkeit im Ruhestande (Lindheim : Saluti 
Senectutis, Leipzig und Wien 1909). 
Westergaard und Nvbölle, Theorie der Statistik. 2. Aufl.
	        
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