Full text: Grundzüge der Theorie der Statistik

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Bezeichnet man die von dieser Verteilungskurve begrenzte 
Fläche mit A, so ergibt sich die Gesamtgröße der Volkszahl zur 
Zeit t als 
B(t)=k-.e*.A, 
woraus hervorgeht, daß die Bevölkerung analog einem auf Zins und 
Zinseszins stehenden Kapital (nach einer geometrischen Progression) 
mit konstantem Zuwachsprozent p wachsen muß, wo p (vgl. 8 286) 
durch 
1+ 166 = €, bestimmt ist. 
Da die Anzahl von Geburten in der Zeiteinheit gleich k-e“ ist, 
so wird die summarische Geburtenfrequenz eine Konstante, da 
k.e* 1 
a 
k.e4,A A 
ist, und da das Zuwachsprozent ebenfalls konstant ist, muß der ge- 
samte summarische Wanderungs- und Sterblichkeitsquotient also 
konstant und (vgl. & 286) gleich 
a—etn sein. 
A 
Wenn man umgekehrt von einer Bevölkerung ausgeht, in der 
sich die Häufigkeit von Geburten, Sterbefällen und Wanderungen von 
einem gegebenen Zeitpunkt an unverändert hält, dann wird, wie von 
Sharpe und Lotka gezeigt, die Altersgliederung dieser Bevölkerung 
zu einer festen und unveränderlichen Form neigen, die lediglich durch 
die gegebenen Geburten-, Sterblichkeits- und Wanderungsverhältnisse 
bestimmt wird und gerade die oben abgeleitete Form hat!). Hier- 
aus folgt nicht nur, daß diese Verteilung, wenn sie einmal zuwege- 
gebracht ist, sich unverändert hält, solange die sie bedingenden Ver- 
hältnisse nicht variieren, sondern auch, daß sie einen stabilen Gleich- 
gewichtszustand bezeichnen wird, sodaß sie, wenn sie durch mehr 
oder weniger plötzliche Veränderungen der Bedingungen (Krieg, 
Epidemien usw.) gestört wird, aufs neue zu derselben Form zurück- 
zukehren suchen wird, wenn die Bevölkerungsverhältnisse wieder zu 
den vor der Störung herrschenden Zuständen zurückkehren und aufs 
neue Gelegenheit erhalten, ungestört ihre Wirkung auszuüben. 
‘) F, R. Sharpe and A. J. Lotka, A problem in age-distribution, Philo- 
sophical Magazine vol. XXI, London 1911 8. 435, vgl. auch Lotka, The stability 
of the normal age-distribution, Proceedings of the national academy of sciences 
U.8S. A., vol. 8, Washington 1922, S. auch Leonhard Euler, Opera omnia, 
I., vol. 7, Leipzie 1923.
	        
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