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die Anzahl von Sterbefällen, Selbstmordfällen und Verbrechen in
verschiedenen Richtungen gespalten vor, aber man kennt nicht die
Größe der Bevölkerung, in der die betreffenden Begebenheiten sich
ereignet haben.
Eine der einfachsten Aufgaben dieser Art, die Verteilung
der Sterbefälle nach Jahreszeiten, wurde bereits im $ 278
besprochen. In der Regel wird man sich nicht lange darauf be-
sinnen, die monatlichen Zahlen in einer Periode miteinander zu ver-
gleichen, wenn man erst die Beobachtungen so weit reduziert hat,
daß sie Zeiträumen gleicher Länge gelten; die Berechtigung dazu
ist darin zu suchen, daß man ja etwas von der Volkszahl weiß,
da sie sich nach der Voraussetzung eine kürzere Periode hindurch
konstant verhält. Wo dies nicht der Fall ist, z. B. in einer schnell
wachsenden Stadt, können bemerkliche Fehler entstehen, wenn man
z. B. die Anzahl der im Januar Verstorbenen mit derjenigen des
Dezember gleichen Jahres vergleicht. Es wird dann notwendig, die
Schwankungen in der Volkszahl, z. B. in der in $ 281 ff. beschrie-
benen Weise, zu berücksichtigen, indem man zwischen der säkularen
und der periodischen Bewegung unterscheidet. Wo sich die Glie-
derung nach Monaten ausnutzen läßt, kann man selbstverständlich
auch den Einfluß der Jahreszeiten auf die Todesursachen (siehe
Kapitel II $ 74) untersuchen. Eine Betrachtung der Verbindung
zwischen der Temperaturkurve und den Verdauungskrankheiten lehrt,
laß man bei kleinen Zeitintervallen in Anbetracht der überaus großen
bestehenden Schwingungen ruhig vom Bevölkerungszuwachs absehen
kann. Das hier über die Sterblichkeit Gesagte gilt natürlich auch
von anderen periodischen Zahlen: Geburten, Eheschließungen usw.
Schwieriger liegen die Dinge, wenn es gilt, den Einfluß teurer
und billiger Zeiten zu beleuchten. Die Perioden des Wirtschafts-
lebens sind nämlich nicht so regelmäßig, daß man sich ohne weiteres
an die Vergleichung der absoluten Zahlen heranwagt. Es ist hier
also beispielsweise die Volkszahl zu berücksichtigen. Jedoch darf
man in der Regel voraussetzen, daß die einzelnen Glieder der Be-
völkerung nicht vielen Veränderungen unterworfen sind. Man be-
trachte z. B. die Promillenverteilung der Bevölkerung nach Alter,
Zivilstand usw. als für eine kurze Reihe von Jahren einigermaßen
konstant; die Bewegungen der Gesamtbevölkerung treffen also gemäß
der Annahme alle einzelnen Glieder mit gleicher Stärke, was natür-
lich die ganze Aufgabe sehr vereinfacht.
Dagegen darf man nicht davon ausgehen, daß diese Promillen-