Full text: Grundzüge der Theorie der Statistik

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Wenn man z. B. zu erfahren wünscht, ob das von der Mutter 
oder dem Vater erreichte Alter eine Bedeutung dafür hat, etwas 
über die Sterblichkeit der folgenden Generation voraussagen zu 
können, wird eine solche Untersuchung dadurch erschwert, . daß 
eine bisher vielleicht kerngesunde, kräftige Person bereits in jungen 
Jahren, lediglich auf Grund eines Unglücksfalls oder Ansteckung, 
gestorben sein kann. Andererseits mag man Greisen begegnen, die 
das ganze Leben hindurch Schwächlinge waren und sozusagen nur 
künstlich am Leben erhalten worden sind. So entsteht also unfehl- 
bar eine Mischung aus mehreren Gruppen. Die Korrelation zwischen 
dem Todesalter der zwei Generationen ist vielleicht sehr kräftig, 
tritt aber trotzdem nur teilweise in die Erscheinung. 
Als Beispiel hierfür mag folgendes dienen!): Einem englischen 
genealogischen Material wurden alle solche Familien, in der die 
Mutter erst nach dem 70. Lebensjahre verstorben war, entnommen, 
wonach man die Anzahl der Sterbefälle, die nach der für sämtliche 
in diese Statistik einbezogenen Familien geltenden Sterbetafel für 
den betrachteten Ausschnitt zu erwarten waren, berechnete. Diese 
Anzahl belief sich auf 1839, während die faktische 1749 betrug. Die 
Sterblichkeit scheint sich also für diese betrachteten Familien gün- 
stiger gestaltet zu haben, als es im allgemeinen der Fall ist. Geht 
man näher auf die Frage der Erblichkeit gewisser Krankheiten als 
Todesursachen ein, um dabei z. B. die tuberkulösen Familien aus- 
zuscheiden, dann empfiehlt es sich, die Mitglieder einer Familie 
von diesem Gesichtspunkte aus von dem Augenblick an, wo die 
Familie zum erstenmal von einem Tuberkulosetodesfall betroffen 
wird, zu beobachten. Die Methode der erwarteten Anzahl ergibt 
hier 503 erwartete Sterbefälle gegen 667 faktische. Das Material 
ist allerdings nicht sehr umfangreich, jedoch scheint festgestellt 
werden zu können, daß eine sehr kräftige Ursache, die besonders 
in den jüngeren Altersklassen wirksam gewesen ist, mitspielt. 
Der Unterschied wird noch erheblicher, wenn man nur solche 
Familien betrachtet, wo bereits zwei Sterbefälle an Schwindsucht 
eingetroffen sind. Man erhält dann 194 Sterbefälle gegen 116 er- 
wartete. Gegen alle solche Berechnungen wird sich selbstverständlich 
der Einwand erheben lassen, daß es sich hier wahrscheinlich häufig 
um eine Ansteckung handelt, die ein Familienmitglied nach dem 
ıı H. Westergaard, Die Lehre von der Mortalität, 2. Ausg., Jena 1901 
S. 515 f. und S. 526.
	        
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