Full text: Grundzüge der Theorie der Statistik

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eine Anzahl von Familienaufzeichnungen sammeln — wie es Ansell 
in seinen berühmten Statistics of Families (1874) tat oder wie 
es hinsichtlich der württembergischen Familienregister der Fall 
war —, die das Schicksal einzelner Familienmitglieder verfolgen. 
Hier ist ein weites Forschungsgebiet. Vielleicht wird man gar oft 
enttäuscht werden, da manche Resultate nur negativer Natur sind; 
zweifelhaft dürfte es z. B. sein, ob die behauptete größere Häufig- 
keit der Idiotie bei Erstgeburten vor einer strengen Kritik wird 
weiter bestehen können. 
359. Eine Aufgabe von großer Bedeutung in der Erblichkeits- 
forschung kann übrigens gerade, wie folgt, formuliert werden: Wenn 
man bei einem Mitglied eines Geschwisterkreises irgendeine Ab- 
normität feststellt, welches ist dann die Wahrscheinlichkeit dafür, 
daß auch die übrigen Mitglieder an dieser Abnormität leiden werden? 
Als Beispiel geben wir die folgende Tabelle, welche die Verteilung 
von 459 Familien mit taubstummen Familienmitgliedern nach der 
Kinderzahl der Familien und die Zahl der taubstummen Kinder angibt ?). 
Kinderzahl | Zahl der Taubstummen jeder Familie | Zus. | 
der Familien: —— Familien | me 
m 
1 
> 
r 
9 
27 
59 
76 
831 
92 
SQ 
44 61 
33 47 
26 44 
il 19 25 
12 und 
darüber | 14 | = N 20 33 
Zusammen | 369 | 50 | 21 | 15 459 | 615 
Anstatt wie Schuster mittels komplizierter Berechnungen die Be- 
schaffenheit der in dieser Tabelle ausgedrückten Korrelation zu unter- 
suchen, kann man in folgender einfachen Weise einen Minimums- 
ausdruck für die gesuchte Taubstummenfrequenz erhalten. Nehmen 
wir an, daß das älteste taubstumme Kind auch zugleich das erst- 
geborene ist, daß also alle übrigen Kinder der Familie nach diesem 
geboren sind, und fragen wir dann ferner, wie oft die Taubstumm- 
heit bei diesen übrigen auftritt, dann muß man die 10 Familien 
” Vgl. E. Schuster, Hereditary deafness. Biometrika IV, 1905—06. 
) 
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7
	        
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