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Was zunächst die Berechnung der Leistungen der Versicherten
betrifft, so wurde oben an Beispielen gezeigt, wie sich diese so ansetzen
lassen, daß sie sich im einzelnen möglichst dem entsprechenden
Nettokapitalwert der Leistung der Gesellschaft nebst Zuschlag für
Verwaltung und Risiko anpassen. Solch eine sorgfältige Anpassung
wird jedoch nicht immer vorgenommen. Die Kranken- und Bezräbniskassen
z. B. arbeiten oft mit festen Beiträgen ohne Rücksicht
auf das Eintrittsalter der Mitglieder oder wenigstens mit einer recht
unvollkommenen Skala. Da die Alten durchgängig Tod und Krankheit
viel mehr ausgesetzt sind als die Jungen, sind es also in
Wirklichkeit die Jungen, die den Alten einen Teil der Bürde abnehmen
müssen. Es handelt sich für die Kassen aber nur darum,
die gesamten Einnahmen und Ausgaben abzubalanzieren, einerlei, ob
die einzelne Versicherung balanziert oder nicht. Ein solcher fester
Beitrag wird besonders häufig bei Gesellschaften mit gesetzlichem
oder faktischem Monopol praktisiert werden. Wenn sämtliche
Gebäude einer Stadt in derselben Feuerversicherungsgesellschaft versichert
werden sollen, dann braucht diese zur Deckung der Unkosten
die gesamten Ausgaben nur gleichmäßig auf alle Versicherungen
umzulegen, auf Dampfmühlen, Wohnhäuser usw., und dies trotz des
sehr verschiedenen Risikos. Wo jedoch die freie Konkurrenz
herrscht, muß sich die einzelne Prämie notwendigerweise einem
Niveau nähern, das der Wahrscheinlichkeit des Feuerschadens entspricht;
denn wenn die Gesellschaft bei der festen Prämie beharren
wollte, brauchte der Konkurrent nur eine niedrigere Prämie für die
gefahrfreien und eine höhere für die gefährlichen Risici festzusetzen,
um die ersteren anzulocken. Die Gesellschaft der festen Prämie
würde also Gefahr laufen, nur die „schlechten“ Versicherungen zu
behalten und für diese die Prämie erhöhen zu müssen,
Überhaupt müssen die Versicherungsprämien demselben allgemeinen
Gesetz, dem die Warenpreise unterliegen, folgen. Die Kongurrenz
wird hier also dieselbe fortwährende Teilung des Materials,
wie sie die wissenschaftliche Statistik vornehmen muß, erzwingen;
sie wird jeder Ursache, die einen Einfluß ausüben kann, nachspüren,
um festzustellen, welche Versicherungen Gewinn und welche Verlust
erbringen. Bisher ist übrigens in dieser Beziehung nur ein kleiner
Teil der zu leistenden Arbeit bewältigt worden. Sogar in dem
Zweige, der die höchste Entwicklung erreicht hat, in der Lebensversicherung,
ist man oft dazu gezwungen, nach rohen Schätzungen
vorzugehen, so z. B. hinsichtlich der bei Reisen nach den Tropen